Glosse: Der Wolf war's? Von wegen!

Und immer wieder soll es der Wolf gewesen sein: So auch jüngst in Mauersberg, wo ein totes Reh entdeckt wurde. Natürlich fiel der Verdacht zunächst auf den Isegrim, der angeblich ohne Rücksicht und voller Gier das arme Wesen gerissen hat. Dabei kommen auch ganz andere Übeltäter infrage, an die bei ähnlichen Vorfällen gedacht werden sollte. An dieser Stelle eine kleine Auswahl.

Der Yeti: Bitte nicht mit dem Jedi verwechseln. Während der Jedi für die helle Seite der Macht (für das Gute) kämpft, treibt der Schneemensch im Himalaja sein Unwesen. Da es auf dem Mount Everest inzwischen angesichts vieler Touristen wie im Freizeitpark zugeht, könnte sich der Yeti im Erzgebirge ein neues Refugium gesucht haben. Zwar fehlt es mitunter an Schneeflocken, aber auf diese Weise hinterlässt der Yeti immerhin keine verräterischen Tapsen, wenn er sich ein Reh und ein Schaf fängt und beides in seiner Höhle zu leckerem Gulasch verarbeitet.

Das Einhorn: Einhörner sehen niedlich aus und kommen ganz harmlos daher. In Wirklichkeit haben sie es jedoch in sich. Mit ihrem Horn besitzen sie eine tödliche Waffe, die sie jeden Morgen mit einer Nagelfeile extra scharf anspitzen. Einhörner mögen es, sich ihren Salat aus Blumen und Knospen mit krossen Speckstreifen vom Reh zu garnieren.

Bigfoot: Siehe Yeti. Mit entscheidenden Unterschieden: Bigfoot stammt ursprünglich aus Nordamerika und hat, wie der Name schon sagt, deutlich größere Füße.

Nessie: Auch das Seeungeheuer Nessie sollte bei der Frage, wer im Erzgebirge wehrlose Tiere reißt, nicht außer Acht gelassen werden. In Schottland beheimatet, könnte Nessie über Flüsse und das Meer und wieder über Flüsse bis ins Erzgebirge gelangt sein. Sehr wahrscheinlich sind Rehrisse allerdings nicht. Aber wer weiß: Vielleicht mag Nessie auch mal etwas anders vertilgen als immer nur Fisch, und vielleicht wagt sich eines der Rehe gelegentlich zu nah ans Wasser.

Was Mauersberg angeht, hat sich gezeigt: Keiner der Genannten war der Übeltäter. Stattdessen zeichnet Reineke Fuchs für den Rehriss verantwortlich. Besondere Vorsicht ist geboten. Das schlaue Tier gibt sich gern als jemand anders aus. In Hinblick auf die Zukunft bleibt damit die Frage nach dem Übeltäter kompliziert. Das einzige, was hilft: Augen und Ohren offen halten.


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