Glosse: Verfolgungsjagd mit leerem Sack

Achtung! Weihnachtsmänner, seid auf der Hut, tragt atmungsaktive Unterwäsche und flottes Schuhwerk! Auch ein Lauftraining kann nicht schaden. Denn einem Weihnachtsmann aus dem mittleren Erzgebirge ist Folgendes passiert: Wie alle Jahre wieder kam er zur Weihnachtsfeier der Kindergruppe des örtlichen Sportvereins. Zunächst verlief der Besuch auch wie geplant. Doch als er nach der Bescherung die Turnhalle wieder verließ, folgte ihm der Mutigste und Neugierigste der Gruppe. Mit dem Fahrrad heftete sich der Junge an die Fersen des Weihnachtsmannes, um herauszufinden, wo der Bärtige wohnt und wer hinter der Maske steckt. So kam es zu einer filmreifen und actiongeladenen Verfolgungsjagd durchs abendliche Dorf. Mit wehendem Mantel, pfeifender Lunge, den leeren Sack auf der Schulter, die Rute in der einen Hand und das "Buch der bösen Taten" in der anderen, versuchte Knecht Ruprecht zunächst vergeblich, seinen hartnäckigen Verfolger auf dem Fahrrad abzuschütteln. Stattdessen jagte der maskierte Weihnachtsmann mehreren Bewohnern des Ortes, denen er auf seiner verzweifelten Flucht im Dunkeln begegnete, einen gehörigen Schreck ein. Völlig am Ende, ausgepumpt und schweißgebadet schaffte er es schließlich doch noch, mit letzter Kraft seinen kleinen Verfolger abzuschütteln und unbemerkt und unerkannt in seinem Haus zu verschwinden - und damit das Geheimnis des Weihnachtsmannes ein weiteres Jahr lang zu bewahren.

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