Glückspilze bringen reiche Beute mit nach Hause

Riesenexemplare und randvolle Körbe - die Schwammesaison lässt derzeit die Herzen der Sammler höher schlagen. Doch wohin mit all den Waldfrüchten?

Marienberg.

Es ist ein Pilzsegen, der in diesen Tagen aus den Böden der Erzgebirgswälder sprießt. Auch in der Marienberger Region waren zahlreiche Sammler erfolgreich, einige von ihnen brachten sogar außergewöhnliche Exemplare mit nach Hause.

So etwa Isabel Teilich. Ihre Devise: das Angenehme mit dem Schönen verbinden. Rund zweimal wöchentlich geht die Marienbergerin auf Pilzpirsch, oft wird sie dabei von ihrem Mann oder den Schwiegereltern begleitet. Doch das Stöbern nach den Früchten des Waldes ist nur ein Grund für die Spaziergänge, wie sie erklärt: "So komme ich auch regelmäßig an die frische Luft." Bei ihrem jüngsten Ausflug im Wald zwischen Marienberg und Gelobtland brachte Isabel Teilich einen besonderen Fund mit nach Hause: "Zwei Rotkappen, wie ich sie in dieser Größe bisher noch nie hatte." Auch für die Verwendung der Pilze hat die Marienbergerin einige Tipps auf Lager: Der Großteil landet bei ihr ganz klassisch in der Pfanne. Gerade die jetzt häufig zu findenden Steinpilze, Rotkappen und Maronen eignen sich auch hervorragend zum Trocknen, sagt Teilich: "Dadurch werden die Pilze haltbar und veredeln besonders Bratensoßen."

Über eine enorme Ausbeute aus dem Marienberger Forst durfte sich auch Patrick Arnold zusammen mit Frau Ines und Tochter Courtney freuen. Ganze 1,2 Kilogramm brachte der größte Steinpilz auf die Waage, den die Familie im Wald zwischen Marienberg und Pobershau gefunden hat. Auf einer Fläche von wenigen Quadratmetern standen rund 35 Schwamme - genug, um den Korb zu füllen, berichtet Patrick Arnold: "Und fast alle waren taufrisch." Bevor der Riesenpilz in der Pfanne landete, posierte Tochter Courtney mit dem kapitalen Exemplar für ein Foto. Der Großteil der Ausbeute kam umgehend auf den Tisch, ein Teil landete im Tiefkühlschrank. "Besonders in der Weihnachtszeit gibt es Pilze als Beilage zum Braten", so der Marienberger.

Doch was ist die Ursache für das ausgesprochen gute Wachstum der Waldfrüchte? "Es liegt nicht am Mond, wie mancher Aberglaube behauptet", sagt Pilzberaterin Andrea Lohs aus Satzung. Stattdessen fördere die feucht-warme Witterung das Pilzwachstum - Sammler können so auf anhaltende Erfolge hoffen. Die Steinpilzzeit endet erst im November, für andere Sorten wie Herbstrotfuß, Hallimasch und violetten Rötelritterling beginnt jetzt die Saison. Letztgenannter wirkt sogar blutdrucksenkend, weiß Andrea Lohs.

Doch wie viele Schwamme dürfen pro Gang mitgenommen werden? In Sachsen gilt: Gesammelt werden darf nur für den Eigenbedarf. "Es ist deshalb üblich, nicht mehr als zwei Kilo mit nach Haus zu nehmen", so die Pilzberaterin. Trocknen oder Einfrieren sind übrigens nicht die einzigen Möglichkeiten, Pilze haltbar zu machen. "Die Schwamme können, ähnlich wie saure Gurken, in einer Gewürzlake eingelegt werden", erklärt Andrea Lohs. So sind die Waldfrüchte bis zu einem Jahr genießbar.

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