Görsdorfer unterstützt Feuerwehr-Ausbildung in Afrika

Der Erzgebirger ist Mitglied in einem Verein, der das Leben in Kenia und Tansania sicherer machen will. Die Hilfe zur Selbsthilfe steht dabei obenan.

Görsdorf.

Martin Friedemann ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann. Für ihn ist das Beruf und Berufung zugleich. Von seinen Fähigkeiten auf diesem Gebiet profitieren nicht nur seine Kameradinnen und Kameraden im Freistaat Sachsen. Bereits zweimal ist er nach Kenia gereist, um dort bei der Ausbildung von Feuerwehrleuten und Rettungsdienstlern zu helfen. Der Görsdorfer ist Mitglied des im niedersächsischen Freren ansässigen gemeinnützigen Vereins European Support Team. Dessen Ziel ist es, das alltägliche Leben der Bevölkerung von Kenia und Tansania sicherer zu machen. Dazu zählt auch das Sammeln von Geld und Sachspenden für die Feuerwehren und den Rettungsdienst in den beiden afrikanischen Ländern.

Zwei Wochen ist Martin Friedemann im Oktober in dieser Mission in Kenia gewesen. In der ersten Woche half der Berufsfeuerwehrmann bei der Ausbildung von Ausbildern einer Feuerwehr- und Rettungsdienstschule in Thika unweit der Hauptstadt Nairobi. Danach ging es in das Kilifi County an der Ostküste in der Nähe von Mombasa. Dort möchte der Verein die einheimischen Einsatzkräfte fit machen für den Einsatz unter Atemschutz. "Das gibt es in der Region bislang noch gar nicht", hat der Erzgebirger erlebt. Dabei kommt es dort viel häufiger zu Brandeinsätzen als etwa in Deutschland. Der Grund dafür ist der unvorsichtige Umgang mit offenem Feuer im Alltag. Brände werden dann ohne Atemschutz entweder von außen gelöscht, oder die Feuerwehrleute müssen mit zunehmender Nähe zum Brandherd die Luft anhalten. Das reicht jedoch meist nicht aus. Aus diesem Grund hat Martin Friedemann gemeinsam mit Oliver Elsner aus Nordrhein-Westfalen, der ebenfalls Mitglied im Verein European Support Team ist, sowie Mitarbeitern der Verwaltung vor Ort nach Möglichkeiten gesucht, wie das geändert werden kann.

Im zweiten Halbjahr des kommenden Jahres möchte das Team einen Container mit der dafür erforderlichen Ausrüstung zusammenstellen und auf die Reise schicken. Neben Atemschutzgeräten werden vor allem C-Schläuche, Geräte zur Stromerzeugung, Kettensägen sowie hydraulische Rettungsgeräte gebraucht. Das alles darf gebraucht sein, sollte aber noch einwandfrei funktionieren. Martin Friedemann hat seinen Urlaub dafür schon eingereicht. Schließlich möchte er bei der Ausbildung der Afrikaner wieder mit von der Partie sein.

Bislang hat der Görsdorfer sehr gute Erfahrungen mit den Einsatzkräften vor Ort sammeln dürfen. "Die Leute sind sehr freundlich, respektvoll und saugen unser Wissen geradezu auf", erzählt er. Eine Ausbildungsvergütung erhalten die angehenden Feuerwehr- und Rettungskräfte in Kenia nicht. Im Gegenteil. Sie müssen die Ausbildung bezahlen. Mit dem erfolgreichen Abschluss winkt ein finanziell gesichertes Leben im Mittelstand. Das ist auch für Frauen attraktiv. Sie lernen in der Truppe gleichberechtigt mit den Männern.

Für Martin Friedemann ist diese Form der Hilfe zur Selbsthilfe der richtige Weg. Der Verein behält die Kontrolle über alle Investitionen. "Auf diese Weise kommt alles dort an, wo es tatsächlich gebraucht wird", so der Görsdorfer.

Auf den Verein ist er im Zuge einer Internetrecherche gekommen. Die dort beschriebenen Aktivitäten fand er seriös, und er wurde rasch ein aktives Mitglied. "Wir können etwas bewirken", versichert Martin Friedemann. Aus diesem Grund freut er sich schon auf seine dritte Reise im nächsten Jahr. www.est-africa.com

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