Händler sehen Bemühungen torpediert

Der Zschopauer Gewerbeverband beklagt die Absage verkaufsoffener Sonntage - und findet eine andere Lösung.

Zschopau.

Der vom Zschopauer Gewerbeverein kurzfristig angesetzte lange Einkaufssamstag am zurückliegenden Wochenende ist den Umständen entsprechend gut angenommen worden. Diese Einschätzung hat am gestrigen Montag Vereinschef Robert Hähnel nach ersten Rücksprachen mit Händlern getroffen. Mehr als die Hälfte der Geschäfte, die ursprünglich am verkaufsoffenen Sonntag ihre Türen öffnen wollten, hätten mitgezogen. "Ich bin am Abend noch einmal auf der Würkert-Straße unterwegs gewesen. Die Händler dort waren ganz zufrieden", resümiert der Vorsitzende und spricht von zahlreichen Kunden, die den langen Einkaufstag genutzt hätten. Natürlich sei das kein Vergleich zu dem Andrang gewesen, der üblicherweise in der Adventszeit zu verkaufsoffenen Sonntagen herrsche. Der für dieses Wochenende und am vierten Advent in Zschopau geplante war am Freitag abgesagt worden.

Das Landratsamt hatte die Stadt aufgefordert, die wenige Tage zuvor vom Stadtrat beschlossene Rechtsverordnung aufzuheben. Die sächsische Corona-Schutzverordnung untersage Weihnachtsmärkte und sonstige Veranstaltungen. Damit entfielen auch die besonderen Anlässe als zwingende Voraussetzung für die Ladenöffnung am Sonntag, hieß es zur Begründung. Anders wird das offenbar im Nachbarlandkreis Mittelsachsen gesehen. Dort gab es am Sonntag in Oederan und zuvor am 29. November in Freiberg einen verkaufsoffenen Sonntag. Robert Hähnel kann die Entscheidung für den Erzgebirgskreis nicht nachvollziehen: "Damit werden unsere Bemühungen, den innerstädtischen Handel in diesen schweren Zeiten zu unterstützen, von offizieller Seite torpediert." Mit stattdessen nun zwei langen Einkaufssamstagen von 9.30 bis 18 Uhr - der nächste soll am 19. Dezember stattfinden - verspricht sich der Gewerbeverband, zumindest einen kleinen Teil der vorweihnachtlichen Einkäufe lokal zu halten und nicht noch mehr Feld an den Online-Handel zu verlieren. Zu Menschenaufläufen und überfüllten Geschäften sei es am Samstag nicht kommen.

Auch das in buntes Licht getauchte Schloss zieht jeden Abend Schaulustige an. "Sobald es dunkel war, waren jede Menge Menschen in der Stadt. Es ging aber sehr geordnet zu. Die Leute hielten Abstand und trugen Mund-Nase-Schutz", berichtet Robert Hähnel von seinen Beobachtungen. Ähnlich äußert sich Ordnungsamtschef Wilfried Leib-ling. Am Eingang zum Schloss hatte er am Sonntag zwei Mitarbeiter stehen, die den Zustrom kontrollierten und auf das Tragen der Maske hinwiesen. Bis auf ein Ehepaar, das den Schutz nicht aufsetzen wollte und wieder gegangen sei, hätten sich alle an die Regeln gehalten. Nach der jüngsten Allgemeinverfügung des Landratsamtes besteht in verkehrsberuhigten Bereichen, Parkanlagen und auf Parkplätzen Maskenpflicht. Das Ordnungsamt brachte am Montag dazu im Stadtgebiet Schilder an.

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