Heidelberger feiern 350-Jähriges erst 2021

Eine kleine Schar hat die Festlichkeiten in dem Seiffener Ortsteil vorbereitet. Corona machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Auf die Festschrift müssen Interessierte jetzt ein Jahr lang warten.

Seiffen.

Heidelberg ist nicht nur eine Großstadt in Baden-Württemberg. Auch einer der heutigen Seiffener Ortsteile trägt diesen Namen. Mit einem Festwochenende sollte die erstmalige urkundliche Erwähnung des erzgebirgischen Heidelbergs im Jahr 1670 groß gefeiert werden. Zunichte gemacht wurden die Planungen vom neu- artigen Corona-Virus und den damit einhergehenden Einschränkungen.

Unter Federführung der beiden geschichtlich interessierten Brüder Detlef und Karl-Heinz Strehlow hatten sich, mit dem Ziel eine 350-Jahr-Feier auszurichten, bereits 2017 insgesamt neun Engagierte zusammengefunden und erste Ideen gesammelt, die später konkreter wurden. Entstanden ist letztlich ein buntes Programm, bei dem Heidelberg in seiner heutigen Form, aber vor allem die Entwicklung in den Jahrhunderten, im Mittelpunkt steht.

"Eine Grenze zwischen Seiffen und Heidelberg ist heute nicht sichtbar. Beide Orte sind miteinander verschmolzen", sagt Detlef Strehlow. Er beschreibt das Heidelberger Gebiet als östlich der Seiffener Ortsmitte gelegen, mit dem Mittelpunkt Schule, die heute eine Kindertageseinrichtung beherbergt.

Dank seiner Forschungen weiß er auch, wie es zur Gründung und Namensgebung kam. "Sechs Seiffener Einwohner erwarben das Land vom damaligen Grundherrn Caspar Heinrich von Schönberg auf Purschenstein und siedelten sich dort an", berichtet Detlef Strehlow. Die Heide und der waldlose Berg, auf dem die Siedlung wuchs, ergaben dann zur Gründung den Namen und standen symbolisch für das Ortswappen Pate. Ein 1758 in Heidelberg errichtetes Wasserkraft-Drehwerk ist noch heute im Freilichtmuseum zu sehen und zeugt dort vom starken Aufschwung des Holzdrechselhandwerks zur damaligen Zeit in dem Ort, der dann im Jahr 1939 nach Seiffen eingemeindet wurde.

Innerhalb der Vorbereitung des Festes entstand auch eine Festschrift, in der die Kommunalgeschichte ebenso wie die Geschichte der Spielzeugmacher sowie die von Handel und Gewerbe niedergeschrieben worden ist. Auf das Studium der darin befindlichen ausführlichen Informationen, Geschichten und Daten müssen Interessierte nun aber noch ein ganzes Jahr warten.

Getreu dem Motto "aufgeschoben, nicht aufgehoben", haben sich die Organisatoren um die Brüder Strehlow dazu entschlossen, das Fest im nächsten Jahr nachzuholen. Es soll vom 14. bis zum 16. Mai gefeiert werden.

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