Heidersdorf: Behörde stuft Finanzen als "kritisch" ein

Bürgermeister Andreas Börner nennt die Wertung "absurd"

Heidersdorf.

Der Bericht des Rechnungsprüfamtes zu den Jahresabschlüssen der Heidersdorfer Finanzen für die Jahre 2009 bis 2012 hat im Gemeinderat Verwirrung verursacht. In ihrem Schreiben stufte die Behörde die Haushaltslage der Gemeinde mit der Wertung "kritisch" ein. Und das, "obwohl wir keine Kassenkredite zu tilgen haben, Rücklagen von rund 43.000 Euro besitzen und eine Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 33 Euro aufweisen", sagte Bürgermeister Andreas Börner (PBI). Zum Vergleich: Der Sachsendurchschnitt der Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 1040 Euro. Auch gebe es keine Verpflichtungen aus Leasingverträgen oder Bürgschaften, die die Finanzen der Gemeinde zusätzlich belasten würden. Börner nannte deshalb die Einstufung des Rechnungsprüfamtes "absurd".

Wesentliche Grundlage für die Einschätzung der Behörde sind die liquiden Mittel, also das Geld, das der Kommune unmittelbar zur Verfügung steht. Diese Summe bewegte sich während des nun geprüften Zeitraumes zwischen 230.000 Euro und 400.000 Euro. Die Ursache für die Schwankungen liegen laut Kämmerer Michael Labuske in der Umlage, die die Gemeinde an den Kreis abzugeben hat und den Schlüsselzuweisungen, die Heidersdorf vom Freistaat erhält. Diese erfolgen in der Regel nicht zeitgleich.

Für die Kommune habe die Einschätzung keine unmittelbaren Folgen, einige Veränderungen hatte es in der jüngeren Vergangenheit dennoch gegeben. So sei für die Nutzung der Turnhalle eine Gebühr eingeführt worden, sagte Andreas Börner. Das Gebäude hatte zuletzt eine neue Schließanlage bekommen, da Unbekannte des Öfteren eingebrochen waren. Dieser Betrag werde aber nur erhoben, wenn die Halle für externe Zwecke genutzt werden soll. Vereine bleiben von der Zahlung befreit. "Sonst würden die Vereine und ehrenamtlichen Initiativen irgendwann völlig zu Boden gerungen werden", so das Heidersdorfer Gemeindeoberhaupt.

Eine Änderung bei den Elternbeiträgen für die Kindertageseinrichtung schloss Börner hingegen aus: "Im Vergleich mit anderen Einrichtungen in der Umgebung liegen wir im Mittelfeld, deshalb sehe ich keinen Handlungsbedarf." Die Einrichtung wird aktuell ertüchtigt, bis zum Ende des Jahres sollen alle Bauarbeiten im Innen- und Außenbereich abgeschlossen sein.

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