Hilfsgütersammlung steht vor ungewisser Zukunft

In diesem Jahr werden keine Kleidung, Spielzeuge und Co aus der Region nach Rumänien gebracht - nicht nur wegen Corona.

Hilmersdorf.

An die fünf unter anderem mit Kleidung, Spielsachen und Haushaltsgegenständen gefüllte Container sind allein im vergangenen Jahr zusammengekommen. Mehr als 100 Menschen aus der hiesigen Region brachten Spenden zum Platz der Hilmersdorfer Spedition Weber. Es kam so viel zusammen, dass die ehrenamtlichen Helfer alle Hände voll zu tun hatten, um die Lastwagen auf die Reise nach Rumänien zu schicken. Was zuletzt immer größere Ausmaße annahm und einen hohen Zuspruch erfuhr, fällt in diesem Jahr aus und steht noch dazu vor ungewisser Zukunft. Zum einen erschwert die Corona-Pandemie die Spendenaktion. Zum anderen gibt es seitens der Organisatoren personelle Veränderungen.

Bislang hielt Thomas Friedemann die Fäden der Sammelaktion in den Händen. Er war bis März vergangenen Jahres Jugendwart im Kirchenbezirk Marienberg und nutzte einen Teil seiner Stelle für die Organisation. Seine neue Funktion als Geschäftsführer der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Zschopau lasse es zeitlich nicht zu, die Aktion weiterhin auf die Beine zu stellen, sagte er. Die Vorbereitungen seien sehr aufwendig. So muss sich mit den Ehrenamtlern abgestimmt werden. Genehmigungen für den Transport in das südosteuropäische Land sind nötig. Rumänische Speditionen, die die Güter aus Deutschland auf ihren Rückfahrten mitnehmen, müssen gefunden werden. Corona erschwere die Situation, sagte Friedemann. Denn mitunter ist die Einfuhr stärker reglementiert. Auch die Sammelaktion an sich wäre zeitaufwendiger geworden. Bei der Abgabe in Hilmersdorf müssten etwa die nach wie vor gültigen Abstandsregeln genau eingehalten werden.

Thomas Friedemanns Nachfolger bei der evangelischen Jugend Marienberg, Tobias Seidel, sieht sich ebenfalls zeitlich außer Stande, die Aktion auf die Beine zu stellen. Er müsse sich in seine neue Funktion als Jugendwart einarbeiten, begründete er. Ohnehin sei das Projekt bei Thomas Friedemann angesiedelt, er verfüge über die entsprechenden Kontakte.

Die Spendenaktion stehe nicht vor dem Aus, auch wenn noch unklar sei, wie es weitergeht, betonte Thomas Friedemann, der den Vorsitz des ebenfalls eingebundenen Vereins Domus Rumänienhilfe behalten will. Er wolle in den kommenden Monaten nach einer Lösung suchen. Schließlich sei ihm die Sammelaktion eine Herzensangelegenheit. So könnten in Zukunft vielleicht doch noch Kleidungsstücke, Spielwaren und Haushaltswaren nach Rumänien gelangen, wo es trotz des EU-Beitritts im Jahr 2007 nach wie vor zahlreiche hilfsbedürftige Familien gibt.

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