Hobbyfotograf druckt neue Bilder auf altes Holz

Im Olbernhauer Museum wird der Besucher derzeit auf eine bildhafte Reise mitgenommen. Ein Werkstoff spielt dabei eine besondere Rolle.

Olbernhau.

Es sind ungewöhnliche Perspektiven in Verbindung mit altem Holz, die die erste Ausstellung des Hobby-Fotografen Sven Körner im Museum Olbernhau prägen. Sie nehmen die Betrachter mit auf eine bildhafte Reise durch die Stadt Olbernhau, die Umgebung und das Erzgebirge überhaupt.

Die Fotografie hat der 1978 Geborene nach einer Urlaubsreise in die Vereinigten Staaten für sich entdeckt. "Die Bilder, die ich damals aufgenommen habe, waren meiner Meinung nach nicht das Optimum. Ich wollte mehr und wusste, dass da mehr geht", blickt Sven Körner ins Jahr 2001 zurück. Kurze Zeit später hielt er seine erste Spiegelreflexkamera in den Händen. "Damit konnte ich das Hobby noch weiter entdecken und intensivieren", so Körner, der sich sein heutiges Können und Wissen autodidaktisch angeeignet hat und dazu neben dem Internet auch Zeitschriften und Bücher nutzte.

Seinen persönlichen Schwerpunkt hat Sven Körner auf Landschaftsfotos gelegt, beschäftigt sich aber auch gern mit anderen Bereichen, wie beispielsweise der Sport- oder Porträtfotografie. Bei allem achtet er stets darauf, den Auslöser im richtigen Moment zu drücken. Vom perfekten Standort aus und mit der passenden Perspektive.

Zur räumlichen Bildgestaltung setzt Sven Körner neben Schärfe und Unschärfe auch die Lichtrichtung und Linienführung gezielt ein. Mit Vordergrund und Hintergrund holt er bei seinen Landschaftsaufnahmen Raum und die Tiefe ins Bild, die Betrachtern einen fast schon dreidimensionalen und damit realen Eindruck verschaffen.

Obwohl er mit der Zeit zufriedener mit seinen fotografischen Ergebnissen wurde, fehlte ihm noch das gewisse Etwas bei der Präsentation seiner Aufnahmen. Vor zwei Jahren kam er auf die Idee, ein Landschaftsmotiv auf Holz zu drucken. "Ich wollte mit einem wirklich individuellen Geburtstagsgeschenk Freude bereiten", erinnert sich Sven Körner, der ursprünglich den Beruf eines Tischlers erlernt und später noch eine Ausbildung zum Mechatroniker absolviert hat. "Nicht irgendein Holz, sondern alte Dielenbretter, sollten es sein." Die Umsetzung gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. Zunächst musste eine Technik gefunden werden, um das Motiv aufs Holz aufzubringen. Die Wahl fiel auf den Tintenstrahldruck. "Hier muss aber, ehe das eigentliche Motiv gedruckt wird, weiße Farbe auf das Holz aufgetragen werden. Sonst sind die Druckfarben nur schlecht oder gar nicht sichtbar", erklärt Sven Körner. Ebenso ist es erforderlich, die Oberfläche der alten Holzdielen völlig zu begradigen, damit der Drucker eine ebene Druckfläche hat. Obwohl Sven Körner seine beruflichen Erfahrungen im Umgang mit Holz sehr zugute kamen, waren etliche Versuche nötig, um das perfekte Ergebnis zu erzielen. Als es soweit war, wurden sogleich mehrere Motive gedruckt. "Die Beschaffung von altem Holz ist schwierig. Deshalb nutze ich zum Teil auch neues Holz, das ich dann auf alt trimme", verrät Sven Körner. Ein Prozess, der seinen Worten zufolge allerdings schwierig und arbeitsintensiv ist.

Die Schau "Sven Körner - neue Fotos auf altem Holz" ist im Museum Olbernhau, Markt 7, noch bis zum 23. Februar zu sehen.

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