Investor für Altes Stadtbad an der Angel

Die Stadtwerke Annaberg-Buchholz wollen das Jugendstilgebäude noch in diesem Jahr verkaufen. Wie genau das künftige Nutzungskonzept aussieht, ist noch nicht festgezurrt. Doch es gibt viele Ideen. Und die sollen möglichst alle in irgendeiner Art umgesetzt werden. Platz dafür ist reichlich vorhanden.

Annaberg-Buchholz.

Das ehemalige Annaberger Stadtbad hat seine besten Zeiten hinter sich. Diese Gedanken beschleichen einen unweigerlich beim Anblick des Gebäudes. Seit fast 20 Jahren wird dort nicht mehr gebadet und nicht mehr sauniert. Nur sporadisch wurde das Gebäude in jener Zeit noch aufgeschlossen, diente dabei unter anderem als Musikbühne und sogar Schauplatz für einen Spielfilm. Kein Wunder also, wenn sich Bürger fragen, ob und wann denn das Bad abgerissen wird.

Ab sofort ist dieses Thema allerdings keines mehr. Im Gegenteil. Die Stadtwerke Annaberg-Buchholz als Eigentümer wollen dem Stadtbad neues Leben einhauchen, was auch die Stadt Annaberg-Buchholz entsprechend ihrer Möglichkeiten unterstützt. Dazu wird ein Verkauf des Objektes angestrebt. Als Investor stehe ein Annaberger bereit. Seinen Namen möchte Vorstand Kai Aschermann im Moment aber noch nicht verraten. Seinen Worten zufolge sind die Verhandlungen weit vorangeschritten. Ziel sei es, noch dieses Jahr alles über die Bühne zu bekommen, damit eventuell schon erste Bauarbeiten am Gebäude beginnen können.


Für welche Summe das alte Stadtbad den Besitzer wechseln soll, stehe laut Udo Moritz, Technischer Leiter der Stadtwerke, noch nicht fest. Daran soll der Verkauf aber nicht scheitern. Das heißt, es gehe nicht um eine maximale Summe, "denn wir wissen auch, dass der Investor selbst noch einen ordentlichen Betrag in das Gebäude stecken muss. So ist zum Beispiel eine Neueindeckung des Daches nötig", so Aschermann. Die Stadtwerke möchten einfach alles versuchen, um das stadtbildprägende Gebäude nicht nur zu erhalten, sondern es auch einer sinnvollen und nachhaltigen Nutzung zuzuführen.

Welche das konkret sein wird, stehe derzeit nur vage fest. Auf alle Fälle aber sei geplant, das fünfetagige Haus in vielfältiger Form mit Leben zu füllen. Das einzige, was zurzeit als relativ sicher gilt, sei die Einrichtung eines Bistros plus einer Gastronomie, die das besondere Ambiente des Stadtbades einbindet. "So könnte ich mir zum Beispiel vorstellen, dass die noch immer vorhandenen Umkleidekabinen zu kleinen Séparées umfunktioniert werden", sagt Moritz. Dazu sollen die beiden ehemaligen Terrassen, nach vorn zum Benediktplatz sowie nach hinten, wieder reaktiviert werden, sodass Gäste auch unter freiem Himmel und etwa mit Blick auf die Annenkirche speisen können.

Das mittlerweile verfüllte und mit Platten abgedeckte ehemalige Becken könnte zudem als Bühne für Livemusik während des Essens dienen. "An den Tagen, in denen kein Wochenmarkt in Annaberg stattfinden kann wie etwa in der Zeit des Weihnachtsmarktes, könnte ich mir das ehemalige Badebecken auch als eine Art kleine Markthalle vorstellen", sagt Moritz. Und natürlich könne dieses Areal auch künftig für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Es sei eben vieles machbar.

Das gelte auch für die Zwischenetagen im rechten Teil des Stadtbades. Dort könnten Start-ups ebenso einziehen wie Ärzte, Rechtsanwälte, Künstler oder ähnliche Berufsgruppen. Auch eine Kombination aus Wohnen und Arbeiten sei denkbar, sagt Moritz. Dabei soll beim Umbau auf die Wünsche der künftigen Mieter eingegangen werden, etwa hinsichtlich des Zuschnittes von Räumlichkeiten. Auch der Denkmalschutz, der auf dem gesamten Gebäude liegt, sei etwa für Umbauarbeiten nicht das große Problem. Die Behörde habe sich sehr kooperativ gezeigt, so Moritz. Das gelte zum Beispiel für den Einbau eines Fahrstuhls. Dadurch soll das Haus barrierefrei werden. Interessenten könnten sich jedenfalls ab sofort bei den Stadtwerken melden.

Pro Etage stünden in dem 1906 errichteten Objekt um die 280 Quadratmeter zur Verfügung. Diese sollen in der obersten der fünf Etagen aller Voraussicht nach für Wohnungen verwendet werden.

Bereits jetzt nahezu komplett genutzt wird das zweite Untergeschoss. Dort haben die Stadtwerke ihr neues Heizkraftwerk für das Münzviertel installiert. "Und das wird auch dort bleiben. Wir wären bei einem Verkauf des Hauses dann als Stadtwerke der erste Mieter für den neuen Eigentümer", so Vorstand Aschermann.

Damit die anderen künftigen Mieter des Stadtbades auch über entsprechende Stellplätze verfügen können, werde der nebenliegende Platz vorgehalten. Und wer weiß - vielleicht kommen ja die besten Jahre für das Stadtbad erst noch.

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