Jeder Aufguss ist eine Herausforderung

HOCHSOMMER: Wie kommt der Erzgebirger mit Hitze zurecht, wenn er arbeiten muss und keinen Urlaub hat? Heute: das Serviceteam im Saunabereich der Silber-Therme.

Warmbad.

Bei diesen hochsommerlichen Temperaturen ist Schwitzen angesagt. Egal ob bei der Arbeit, bei alltäglichen Verrichtungen im Haushalt oder bei Freizeitaktivitäten - der Schweiß läuft unfreiwillig. Doch es gibt Zeitgenossen, denen 30 Grad Celsius noch nicht ausreichen. "Unsere Sauna ist auch bei der Rekordhitze von Stammgästen gut besucht", sagt Bianca Keil. Am Tag sind es Senioren, die sich in den Schwitzkammern der Warmbader Silber-Therme wohlfühlen. Am späten Nachmittag gesellen sich auch jüngere Familien mit und ohne Kinder dazu. "Natürlich mit Einschränkungen gegenüber der kalten Jahreszeit", räumt die Sachgebietsleiterin im Kurmittelhaus ein. Richtige Saunagänger wissen, dass nur regelmäßiges Schwitzen ganzheitlich das Stoffwechselsystem trainiert und den Kreislauf stabilisiert. "Und wer über das Jahr hinweg Saunatemperaturen gewöhnt ist, der kommt auch mit den augenblicklichen Temperaturen besser klar."

Doch wie ergeht es dem Saunapersonal, wenn zum durchgehenden Wohlfühlangebot auch im Hochsommer halbstündlich Aufgüsse gewünscht werden? "Manchmal ist es schon eine richtige Herausforderung", berichtet Annett Groß und wischt sich mit ihrem Handtuch den Schweiß vom Gesicht. Die Saunameisterin und Leiterin des Serviceteams ist seit dem Jahr 2000 dabei und glaubte bislang einiges gewöhnt zu sein. "Doch dieser Sommer ist der Rekord", gibt die 43-Jährige zu. "Unser Problem ist, dass wir bei den derzeitigen Außentemperaturen im Freien keine Möglichkeit der natürlichen Akklimatisierung haben", sagt Groß. Was bleibt, ist nur eine kühle Dusche oder der Sprung ins eiskalte Tauchbecken. Zehn Minuten Pause sollen sie und ihre Kolleginnen nach den Aufgüssen einlegen. "Diese Unterbrechung ist notwendig, um den beanspruchten Kreislauf zu stabilisieren", betont auch Bianca Keil. In dieser Zeit werden die Badegäste von einer Kollegin betreut. "Einen Saunabereich ohne Beaufsichtigung der Gäste lehnen wir ab."

Natürlich müsse man in diesem Job viel trinken. Dafür steht den Saunafrauen kostenlos stilles und spritziges Wasser zur Verfügung. Zwei bis drei Liter pro Schicht müssen es schon sein, findet Bianca Keil und kennt noch einen viel besseren Durststiller in ihrem Haus. Kühle Getränke belasten bekanntlich den Kreislauf und helfen nicht lange gegen den Durst. "Unser 26,5 Grad warmes Thermalheilwasser schon", bekräftigt die Chefin und weiß, dass sie damit bei ihren Mitarbeitern keine offenen Türen einrennt. Annett Groß und ihre Ferienhilfe Marie Wendler konnte sie bislang nicht überzeugen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...