Jugendliche und Eltern auf der Suche nach Berufseinstieg

Der Andrang bei der Ausbildungsmesse "Deine Zukunft im Erzgebirge" in Marienberg war groß. Nicht alle Unternehmen, die um Nachwuchs buhlen wollten, fanden Platz in der Halle am Goldkindstein.

Marienberg.

Neunzig Aussteller, darunter Unternehmen, Institutionen und Hochschulen aus zahlreichen Branchen, haben am Samstag in der Sporthalle am Goldkindstein in Marienberg bei der dritten von insgesamt vier Ausbildungsmessen im Erzgebirge um Nachwuchs gebuhlt. "Die Nachfrage war größer als die zur Verfügung stehende Fläche, weshalb wir auch einige Interessenten, vor allem aus dem Raum Chemnitz, ablehnen mussten", sagte Kerstin Hillig von der veranstaltenden Wirtschaftsförderung Erzgebirge.

Sie freue sich, so Hillig weiter, dass sich in der Halle von Beginn an hunderte Jugendliche und Eltern in den zahlreichen Gängen und an den Ständen tummelten. Dort beantworteten Personalverantwortliche und jetzige Auszubildende von 10 bis 15 Uhr Fragen rund um die Rahmenbedingungen eines beruflichen Einstiegs. Die vierte und für dieses Jahr letzte Messe "Deine Zukunft im Erzgebirge" findet am kommenden Samstag in Stollberg statt.


Pflegerische Bereiche

Michael Hengst, Personalleiter des Diakonischen Werks Marienberg: "Ab Sommer 2020 bilden wir Pflegefachmänner und -frauen aus. Dabei handelt es sich um die zusammengefasste Ausbildung der bisherigen Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Wir möchten vier Auszubildende einstellen. Diese müssen in erster Linie sehr gut mit Menschen umgehen können, körperlich geeignet sein und über einen Realschulabschluss verfügen. Durch die geänderte Ausbildung ist der Beruf in der Pflegebranche wesentlich attraktiver geworden. Mit dem Abschluss kann man in allen pflegerischen Bereichen arbeiten. Die Zukunftsaussichten sind sehr gut, denn die Nachfrage wird sich kaum verringern. Um Interessenten umfassend mit dem Berufsbild vertraut zu machen, setzen wir auch auf Schnupperpraktika in den Schulferien. Die Entlohnung ist im oberen Bereich des branchenüblichen und erfolgt nach dem Diakonie-Tarif." (faso)


Formen- und Werkzeugbau

Benedikt Bochmann, Werkzeugmechanikermeister, warb am Stand der Firma Gebrüder Ficker GmbH aus Marienberg, die im Formen- und Werkzeugbau tätig ist: "Wir bilden für den Eigenbedarf Werkzeugmechaniker und Zerspanungsmechaniker aus. Bewerber sollten mindestens einen Realschulabschluss vorweisen können, in den naturwissenschaftlichen Fächern fit sein und natürlich eine gewisse handwerkliche Begabung haben. Zum gegenseitigen Kennen- lernen können Interessenten bei uns beispielsweise Praktika absolvieren. Als leistungsstarker Zulieferer sind wir für verschiedene Industriezweige tätig, unter anderem auch für die Automobilbranche und die Medizintechnik. Nach dem Berufsabschluss gibt es bei uns Weiterbildungsmöglichkeiten wie den Erwerb des Schweißerpasses. Eine branchenübliche Entlohnung wird unter anderem durch Zuschläge für Leistung oder Schichtarbeit ergänzt." (faso)


Maler- und Lackiererinnung

Max Liebsch, Malermeister aus Börnichen, der für die Maler- und Lackiererinnung Oberes Erzgebirge die 28 Mitgliedsbetriebe der Vereinigung vorstellte: "Wir sind zum ersten Mal bei der Messe dabei, um unser Handwerk vorzustellen. Derzeit ist die Auftragslage sehr gut und eine enorme Nachfrage vorhanden. Der Beruf des Malers und Lackierers ist sehr vielseitig und kreativ. Wer sich dafür ernsthaft interessiert, dem raten wir zu einem Praktikum. Dabei kann der Jugendliche sehen, ob ihm der Beruf gefällt. Auch der Ausbilder erkennt, ob sich der Bewerber eignet. Neben der körperlichen Belastbarkeit sind Kreativität, Sinn für Ästhetik und Gewissenhaftigkeit wichtige Voraussetzungen für die Ausbildung. Nach einem erfolgreichen Abschluss können sich Gesellen im Beruf weiterbilden oder auch qualifizieren. Die Entlohnung ist tariflich. Ab Mai 2020 gibt es zudem keinen Unterschied mehr zwischen Ost- und Westtarif." (faso)

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