Junges Genie löst auch kniffligste Aufgaben

Pascal Weise ist naturwissenschaftlich hochbegabt. Der Wolkensteiner besucht sogar schon die Schüler-Uni. Nun misst sich der Zehntklässler vom Gymnasium Marienberg auch mit den besten Physik-Talenten.

Wolkenstein/Marienberg.

Formeln, Zahlen und Gleichungen sind seine Welt, die Naturwissenschaften sein Element. "Das hat sich einfach so entwickelt", sagt Pascal Weise. Mathe, Physik, Chemie und Biologie seien dem Zehntklässler vom Gymnasium Marienberg schon immer leicht gefallen. "Pascal ist naturwissenschaftlich hochbegabt", sagt der amtierende Schulleiter Enrico Huth. Und seine Physiklehrerin Anett Dietze hat in ihren 14 Jahren an der Bildungseinrichtung nur wenige solcher Schüler unterrichten dürfen. Was Pascal Weise nun geleistet hat, ist sogar einmalig.

Der 16-Jährige sei ihr erster Schüler, der an der internationalen Physik-Olympiade teilnimmt, sagt Dietze. 2017 war der Wolkensteiner noch knapp an der ersten Stufe gescheitert. Diesmal hat er die erste Runde, die aus einer Hausaufgabe besteht, mit Bravour gemeistert. Nun gehört er zu den etwa 600 deutschen Jugendlichen, die die zweite Stufe absolvieren durften - eine dreistündige Klausur. Ob er es unter den 50 Besten geschafft hat, weiß er noch nicht. "Schwer einzuschätzen. Noch liegen die Ergebnisse nicht vor", sagt Pascal Weise.

Für seine Lehrerin hat er aber jetzt schon Außergewöhnliches geleistet. "Die zweite Stufe zu erreichen, ist eine besondere Leistung", sagt Dietze. Ganz überraschend ist das aber nicht. Schließlich nimmt der Gymnasiast, dessen Vater ein Reisebüro leitet und dessen Mutter als Verkäuferin arbeitet, seit der sechsten Klasse stets an der sächsischen Mathe- und Physikolympiade teil und hat es bis unter die rund 20 Besten seiner Klassenstufe geschafft. Selbst seine Mitschüler profitieren von seiner Begabung. "Pascal hilft schon mal seinen Klassenkameraden im Unterricht", sagt Dietze. Dass der Lehrplan den Jungen unterfordert, sei wiederum kein Problem. Denn auch wenn der 16-Jährige die Rolle des Physiklehrers übernehmen könnte, gehe er stets respektvoll mit ihr um, betont Dietze.

Um sein Talent weiter zu fördern, besucht Pascal Weise seit den Winterferien einmal wöchentlich die Schüler-Uni in Dresden. Im ersten Semester hat er sich für Psychologie entscheiden. "Ich werde aber sicherlich noch in andere Studiengänge reinschnuppern", sagt der Wolkensteiner. Denn welche Naturwissenschaft er nach dem Abitur studieren wird, darauf will er sich noch nicht festlegen. Nur eins steht für ihn bereits fest: "Ich will später in der Forschung als Dozent arbeiten."

Dass er wegen der Schüler-Uni von der Schule freigestellt wird, sei ein besonderer Status, erklärt Enrico Huth. Pascal Weise muss aber den verpassten Unterrichtsstoff selbstständig nachholen. Ob ihn das stört? Natürlich nicht. Ohnehin: "Das zusätzliche Lernen bereitet mir Freude." Dennoch bleibe auch Zeit für seine Hobbys - Computerspiele und Lesen. Bei aller Begabung gesteht sich Pascal Weise aber auch Schwächen ein. Sport, Kunst und auch Interpretationen im Deutschunterricht liegen ihm nicht. Aber etwas kann er überhaupt nicht leiden: "Auswendig lernen."


Von der Hausaufgabe bis zum Forschungszentrum

Begabte Schüler können bei den Science-Olympiaden die Kräfte messen. Sie werden unterteilt in sechs naturwissenschaftlichen Wettbewerben: die Internationale Junior-Science-Olympiade, die Europäische Science-Olympiade, die Internationalen Physik-, Chemie- und Biologie-Olympiaden sowie den Bundes-Umwelt-Wettbewerb. Jährlich nehmen daran bundesweit rund 10.000 Schüler ab der fünften Klasse teil.

Bei der Internationalen Physik-Olympiade handelt es sich um einen jährlichen Wettbewerb für Jugendliche aus fast 90 Staaten. Die 50. Auflage findet im Juli in Tel Aviv statt.

Jede Nation schickt bis zu fünf Olympioniken zum Finale. Die Teilnehmer aus Deutschland werden in vier Runden ermittelt. Die erste Stufe besteht aus einer Hausaufgabe. Dann folgt eine Klausur. Die 50 Besten werden zu einem Seminar an einem Forschungsinstitut eingeladen. Für die 15 erfolgreichsten Schüler folgt ein weiteres Seminar. Die fünf Gewinner stellen das Olympiateam. (rickh)

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