Karnevalisten werfen Blick in Geschichte

Der Pobershauer Karnevalsverein feiert sein 50-Jähriges. Und zwar nicht nur mit mehreren Veranstaltungen, sondern auch mit einer Ausstellung.

Pobershau.

Vielerorts können es die Mitglieder der Faschings- und Karnevalsvereine kaum erwarten, in wenigen Tagen den Höhepunkt der fünften Jahreszeit zu feiern. Das ist in Pobershau nicht anders. Die Karnevalisten dort wollen es diesmal unter dem Motto "50 Jahre Jux und Lachen - Wir lassen's in Las Vegas krachen" aber ganz besonders krachen lassen, denn sie feiern in diesem Jahr nicht einfach nur Fasching, sondern auch den 50. Geburtstags ihres Pobershauer Karnevalsvereins (PKV).

Für das närrische Programm, das zweimal zu sehen sein wird, proben die Vereinsmitglieder schon seit August vergangenen Jahres, sagt Tina Hoffmann-Pöttrich, Vize-Präsidentin des PKV. Ebenso lange haben die Karnevalisten eine Ausstellung über ihren Verein vorbereitet, die am Freitag, 17 Uhr, in der Böttcherfabrik in Pobershau eröffnet wird.

"Im zurückliegenden halben Jahrhundert haben sich allerhand schöne, glitzernde, kuriose, aber auch faszinierende Dinge angesammelt, die es wert sind, öffentlich gezeigt zu werden", so Tina Hoffmann-Pöttrich. Zu sehen sind neben Uniformen unter anderem närrische Auszeichnungen, handgemalte Plakate, alte Bühnenbilder und Kulissen.

Bewahrt wurde das alles von Vereinsmitgliedern, zu denen auch Tina Hoffmann-Pöttrichs Mutter, Kathrin Hoffmann, gehört. Sie stand dem PKV 18 Jahre lang als Präsidentin vor und verbindet viele schöne Erinnerungen mit dem Verein. "Ich konnte es als junges Mädchen kaum erwarten, 16 zu werden und an den Faschingsveranstaltungen teilnehmen zu dürfen", so Kathrin Hoffmann, die damals als Funkenmädchen mitwirkte und teilweise bis zu fünf Veranstaltungen pro Saison mit bestritt. "Für die Programme gab es immer Ideen; mehr als genug. Allerdings musste zu DDR-Zeiten vieles zwischen den Zeilen stehen, obwohl wir ja eigentlich Narrenfreiheit hatten", sagt Kathrin Hoffmann, deren Begeisterung für den Fasching sich auch auf ihre Tochter Tina übertragen hat. "Ich habe schon als ganz kleines Mädchen Luftballons durch den Saal geschossen. Später habe ich die Jugendtanzgruppe trainiert und auch selbst kurz mit getanzt", erzählt Tina Hoffmann-Pöttrich, die sich auf die kommenden Jubiläumsveranstaltungen riesig freut. "Besonders auf den 22. Februar, denn da sind alle ehemaligen PKV-Mitglieder mit eingeladen", so Tina Hoffmann-Pöttrich.

Die Sonderausstellung ist bis 15. März in der Böttcherfabrik in Pobershau zu sehen. Geöffnet ist freitags bis sonntags sowie an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr. In den sächsischen Winterferien zusätzlich dienstags bis donnerstags, ebenfalls von 13 bis 17 Uhr.


Verein hat 63 Mitglieder

Der Pobershauer Karnevalsverein ist aus dem örtlichen Sportverein entstanden. Ende der 1960er-Jahre lud dieser mehrfach zu Tanzveranstaltungen ein, bei denen jeweils ein kurzes Faschingsprogramm dargeboten wurde.

Weil das Faschingsprogramm bei den Gästen gut ankam, ist die Idee entstanden, eine Sektion Karneval innerhalb des Sportvereins zu gründen.

Im Jahr 1970 fand der erste reine Faschingsball statt; ab Mitte der 1970er-Jahre gab es Mottos. Eben-falls Mitte der 1970er-Jahre lösten sich die Karnevalisten aus dem Sportverein und agieren seither unabhängig.

Dem Pobershauer Karnevalsverein gehören derzeit insgesamt 63 Mitglieder an. (faso)


Weiberfasching geplant

Die Faschingsveranstaltung am 15. Februar in der Silberscheune in Pobershau startet für jene, die abends keine Zeit haben, 14 Uhr. Am 22. Februar geht es 19 Uhr los.

Gemeinsam mit den Karnevalsvereinen aus Großrückerswalde, Marienberg und Niederlauterstein findet zudem am 20. Februar, ebenfalls in der Silberscheune, ein Weiberfasching statt. (faso)


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