Kinderfahrzeuge aus Wien verstärken Gelenauer Sammlung

Sammler Eckhart Holler hat einen Schatz in Österreich ausfindig gemacht. Nun ist ein Teil davon im Erzgebirge gelandet.

Gelenau.

Die Vorbereitungen auf die diesjährige Weihnachtsschau laufen im Gelenauer Depot Pohl-Ströher auf Hochtouren. Während sich die erste Ausstellungsetage mit zahlreichen Leihgaben und bislang unveröffentlichter Festdekoration in ein großes Weihnachtsparadies verwandelt, gehen in der oberen Etage Puppen und Teddys auf große Fahrt. Dafür stehen ihnen in diesem Jahr rund 150 historische Kinderfahrzeuge zur Verfügung. "Das sind nochmals 40 mehr als bisher", berichtet Eckhart Holler stolz und verweist auf eine neue Teilsammlung deutscher und osteuropäischer Kinderdreiräder, Tretautos und Holländer, die der Chemnitzer Restaurator und leidenschaftliche Sammler aus Wien in das Erzgebirge geholt hat.

Über das Internet hatte Holler Walter Krögler, einen Sammler von Kinderfahrzeugen und Restaurator von Oldtimern, in der alpenländischen Hauptstadt ausfindig gemacht und sofort Kontakt geknüpft. Bei einem Besuch der Osterausstellung im Frühjahr zeigte sich der Österreicher begeistert von der Gelenauer Fahrzeugausstellung und bedauerte, dass seine mehr als 500 Modelle aus ganz Europa und Übersee der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. In seiner Werkstatt füllen sie meterlange Regale, sind an der Decke und an den Wänden mehr schlecht als recht befestigt und blieben bislang strahlenden Kinderaugen verborgen. Das ändert sich nun.

Zur Weihnachtsausstellung werden zahlreiche Fahrzeuge deutscher und osteuropäischer Marken erstmals als abgeschlossene Teilsammlung "Walter Krögler, Wien" zu sehen sein. Im August hatten Eckhart Holler und Depotleiter Michael Schuster die Gefährte sorgfältig verpackt mit zwei Transportern aus der Donaumetropole nach Gelenau geholt. "Die Auswahl ist nicht zufällig", berichtet Holler. "Deutsche Modelle und Kinderfahrzeuge aus unseren osteuropäischen Nachbarländern sind mein Spezialgebiet." Das habe auch Walter Krögler die Entscheidung leichter gemacht. "Die Fahrzeuge bilden im Depot Pohl-Ströher eine thematische Einheit", so der Österreicher.

Mit der Übernahme sind nun sämtliche renommierte Hersteller Deutschlands in der Holler-Sammlung vereint. Neben der kompletten Produktreihe des Nürnberger Spielzeugherstellers Ferbedo und Modellen der einstigen Kinderwagenfertigung Ernst Albert Naether mit Sitz im sachsen-anhaltischen Zeitz schmückt auch das Logo einer Firma die Kühler, das für gewöhnlich dem Spielzeugsegment Teddys und Plüschtiere zugeordnet wird. Doch in den 1930er-Jahren gab es auch Tretautos aus dem einstigen Filzkonfektionswarengeschäft von Margarete Steiff in Giengen an der Brenz. Aufwendig restauriert sind es vor allem größere Modelle, die den Schriftzug "Tribl Mobil" und "Treto Mobil" neben dem charakteristischen Bärenkopf der Firma führen.

Älteren Besuchern der Ausstellung dürften noch die sowjetischen Autos der Marken Moskwitsch, Wolga und Lada ein Begriff sein, die auch auf DDR-Asphalt unterwegs waren. Ihre Miniaturausführungen nehmen sich nicht anders als die Originale eher bescheiden neben ihrer "Westverwandtschaft" aus. Eine Ausnahme bildet das Tretauto "Wolga-Blitz". Die Luxusausführung aus dem Gorkier Automobilwerk war in erster Linie Staatsfunktionären vorbehalten und vermittelte einen Hauch von amerikanischen Straßenkreuzern. Auch der "Studebaker" für Kinder daneben stammt aus der Sowjetunion. "'Studebaker' war ein amerikanischer Automobilhersteller, der sich 1966 aus der Branche verabschiedet hat", weiß Eckart Holler. Wie sich das einstige Präsidentenfahrzeug in ein Kinderauto für den sowjetischen Nachwuchs verwandelt hat, ist auch dem Experten ein Rätsel. "Gebaut wurde die Marke in der Sowjetunion auch als Lizenzfahrzeug nie." www.hollers-kinderfahrzeuge.de

Die Weihnachtsschau im Gelenauer Depot Pohl-Ströher, Emil-Werner-Weg 96, ist vom 25. November bis 29. Januar freitags bis sonntags 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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