Kirchensanierung: Letzter Abschnitt ist beschlossene Sache

Vieles an der Kirche zum Heiligen Kreuz in Lengefeld ist schon erneuert worden. Der Turm bildet nun den Abschluss. Zur Unterstützung hat die Stadt ihr Entwicklungskonzept angepasst.

Lengefeld.

Die ab 1885 gebaute Kirche zum Heiligen Kreuz der evangelischen Gemeinde in Lengefeld ist nicht nur äußerlich ein Schmuckstück. Im Inneren befindet sich mit der Orgel von Zacharias Hildebrandt - einem Zeitgenossen von Gottfried Silbermann - ein besonderes Instrument noch aus dem Vorgängerbau. Das Gotteshaus samt Orgel ist in den zurückliegenden Jahren weitgehend saniert worden. Nun steht mit dem Kirchturm samt Geläut der letzte Teil der Erneuerung an.

Allein die Kosten für die Sanierung des Turms belaufen sich auf rund 356.600 Euro. Davon entfallen 173.700 Euro auf Fördergelder, die Bund und Freistaat zuschießen. Die Gemeinde als Bauherr muss 159.900 Euro aufbringen, wird dabei aber mit Geldern der sächsischen Landeskirche, aus einem Denkmalschutzprogramm sowie privaten Spenden unterstützt. Pockau-Lengefeld bringt 26.000 Euro in das Bauvorhaben ein. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates wurde die Beteiligung der Stadt an der Kirchsanierung einstimmig beschlossen. Bevor dies möglich war, musste jedoch das Städtebauliche Entwicklungskonzept (Seko) geändert werden, damit der Anteil der Stadt an der Kirchturmsanierung auch von der Sächsischen Aufbaubank gefördert werden kann.


Das 2011 festgelegte Fördergebiet des Seko beschränkte sich zunächst auf das Lengefelder Stadtzentrum rund um den Markt. Im Frühjahr 2018 habe Pockau-Lengefeld deshalb den Antrag bei der SAB gestellt, das Fördergebiet zu erweitern, um die Kirche einschließen zu können, erklärt Bürgermeistermeister Ingolf Wappler (CDU). Dieser Antrag sei im August des Vorjahres bewilligt worden. Von der Erweiterung des Entwicklungskonzeptes könnte nicht nur die Kirchgemeinde profitieren, sondern auch die Kommune. In unmittelbarer Nähe der Kirche, an der Oederaner Straße, befindet sich eine Brache. "Wenn sich kein wirtschaftlicheres Programm zur Finanzierung des Abrisses findet, können wir auch auf eine Förderung durch das erweiterte Seko zurückgreifen", so Bürgermeister Wappler.

Für die Sanierung des Kirchturms hat sich die Kirchgemeinde einen ambitionierten Plan gesetzt. Laut Martin Tutzschky, Leiter des zuständigen Glockenausschusses, sollen die Arbeiten im Frühling des kommenden Jahres beendet sein. Neben Ausbesserungsarbeiten am Gemäuer sollen auch die Treppenaufgänge und das Uhrwerk der Kirchturmuhr erneuert werden.

Auch für das neue Geläut gibt es schon konkrete Pläne: Aktuell be-finden sich vier Glocken aus Eisenguss sowie eine aus Bronze im Turm. Die Eisenglocken haben ihre maximale Lebensdauer erreicht und sollen von drei neu gegossenen Bronzeglocken ersetzt werden. Die einzige Bronzeglocke im aktuellen Geläut soll repariert werden und auch weiterhin ihren Platz im Turm finden. Laut Martin Tutzschky kann die Reparatur der Bronzeglocke sowie des Uhrwerkes aus Mitteln von Denkmalschutz-Programmen finanziert werden. Die drei neuen Bronzeglocken sollen von der österreichischen Firma Grassmayr aus Innsbruck gegossen werden, sagt Tutzschky. Das neue Geläut soll in den Tönen d, f, a und c läuten können. Auf der Internetseite des Unternehmens kann diesen Glockentönen gelauscht werden (siehe Link am Ende des Textes).

Der Bestand der sächsischen Landeskirche zählt laut Baureferentin Katrin Tauber rund 4450 Gebäude, darunter 1630 Kirchen, Kapellen und Gemeindehäuser. An den meisten dieser Gebäude sind seit dem Jahr 1990 schon Sanierungen vorgenommen worden.

 

freiepresse.de/grassmayr

 

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