Kleine Experimente unter Nachbarn

Tschechische Kinder sind zu Gast in der Marienberger Lernförderschule gewesen. Geschicklichkeits- und Staffelspiele und ein Besuch des Bergmagazins rundeten den Tag ab.

Marienberg.

Victoria hat es schon vorher gewusst. "Was denkt ihr, wenn wir Bleistifte durch den Gefrierbeutel stecken, platzt er oder fließt Wasser heraus", fragte Elke Bräuer die Kinder, die um einen Tisch standen. Victoria hatte die Lösung parat: Der Beutel platzt nicht, und es läuft auch kein Wasser heraus.

Das kleine Physikexperiment war am Freitag der Höhepunkt des Vormittags in der Marienberger Pestalozzi-Förderschule. Victoria kannte es schon, denn Elke Bräuer hatte es schon einmal mit den Hortkindern ausprobiert, aber die Besucher, Kinder aus dem tschechischen Most, staunten nicht schlecht. "Ich hatte gedacht, dass der Beutel platzt", sagte Ondra aus Most.

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30 Mädchen und Jungen einer tschechischen Förderschule, dazu zehn Erwachsene und fünf Studenten besuchten die Marienberger Schule im Rahmen des Tandem-Projekts "Nachbarwelten". "Diese Aktion wurde von der EU gefördert. Es handelt sich deshalb um ein Tandem-Projekt, weil es grenzüberschreitend ist und Schulen auf beiden Seiten daran teilnehmen", sagte Ines Kreher, Hortleiterin der Pestalozzi-Förderschule und Initiatorin des Projekts.

Am Freitag tauschten sich auch Lehrer und Erzieher untereinander aus und schilderten das jeweilige System. "Von den Tschechen können wir noch jede Menge lernen, vor allem in Sachen Inklusion, die dort besser funktioniert als bei uns", sagte Ines Kreher und verwies beispielsweise auf den Personalschlüssel, der in Böhmen günstiger sei. "Wir würden uns mehr pädagogisches Personal wünschen, damit wir die Kinder besser begleiten und individuell unterstützen können. Wir sind für 75 Kinder fünf Erzieher", sagte die Hortleiterin.

Darum kümmerten sich die Kinder am Freitag nicht, sie hatten dazu auch gar keine Zeit, so viel hatten die deutschen Gastgeber für den Tag geplant. Die Gastfreundschaft, die sie bei ihrem Besuch in Most erfahren hatten, wollten sie zurückgeben, hatten sich die deutschen Gastgeber vorgenommen. Unterstützung erhielten sie beispielsweise beim Kuchenbacken von den Eltern der Förderschüler. Die Kinder absolvierten Geschicklichkeits- und Staffelspiele, am Nachmittag stand zudem ein Besuch des Bergmagazins inklusive Detektivspiel an.

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