Knappschaft hält am Bergaufzug fest

Die Mitglieder des Vereins wollen die Veranstaltung weiter organisieren. Sie sagen: Der Streit zwischen ihrem Vorsitzenden Roberto Sachse und der Stadt Pockau-Lengefeld ist eine private Angelegenheit.

Pockau-Lengefeld.

Der Lengefelder Bergaufzug sowie der Berggottesdienst sollen auch in diesem Jahr stattfinden. Das sagt der auf der Vereinsversammlung am zurückliegenden Wochenende neugewählte, stellvertretende Knappschafts-Vorsitzende Sven Müller. Der Verein wolle sich mit Stadt und Kirchgemeinde abstimmen. "Wir bringen uns in die Organisation ein."

Damit widerspricht Sven Müller dem Vorsitzenden der Knappschaft, Roberto Sachse. Er hatte wegen eines Streits mit der Stadtverwaltung Pockau-Lengefeld öffentlich mitgeteilt, dass er die beiden Veranstaltungen nicht mehr organisieren werde. Knappschaft sowie Stadt würden getrennte Wege gehen. Sachse war zeitweise im Museum Kalkwerk angestellt. Er erhielt zuletzt von der Stadt keinen neuen Arbeitsvertrag und führt dies auf eine Beschwerde zurück. Sachse hatte sich über den aus seiner Sicht am Kalkwerk unzureichenden Winterdienst beklagt. Müller: "Das ist eine private Angelegenheit und hat nichts mit dem Verein zu tun." Die Knappschaft bestehe nicht nur aus Roberto Sachse, sondern auch aus Vorständen und Vereinsmitgliedern. Es werde gemeinsam entschieden. Die Organisation des Bergaufzuges sowie des Berggottesdienstes seien vom Aufwand her zu schaffen.


Dass die Situation im Verein schwierig ist, betont auch Julia Schubert. Sie hatte bis zum Wochenende den stellvertretenden Vorsitz inne. Es gebe zu wenige aktive Mitglieder, sagt Julia Schubert. Der harte Kern bestehe aus rund zehn Personen. Wegen der personellen Schwierigkeiten finden bereits keine Mettenschichten mehr statt.

Hinsichtlich der Frage, ob in diesem Jahr wieder der Bergaufzug mit Berggottesdienst stattfinden sollte, habe es im Verein unterschiedliche Meinungen gegeben. "Es gab Überlegungen, ein Jahr zu pausieren, um ein Zeichen zu setzen und auf die schwierige Situation hinzuweisen." Die Idee sei im April aufgekommen, nachdem Roberto Sachse seine Entscheidung bei der Jahreshauptversammlung bekannt gegeben hatte, dass er die Veranstaltungen aufgrund der Querelen mit der Stadt nicht mehr organisieren werde.

Julia Schubert befürchtet jedoch, dass eine Pause nicht als Zeichen wahrgenommen würde, sondern von dem Streit überlagert wird. Dieser habe nichts mit dem Verein zu tun, sondern sei eine Sache zwischen Sachse und der Stadt, sagt auch sie. Dennoch hätte sie sich gewünscht, dass Bürgermeister Ingolf Wappler der Jahreshauptversammlung beigewohnt hätte. Schließlich sei er selbst Knappschaftsmitglied. Julia Schubert ergänzt, dass die Anwesenheit des Ortchefs die Klärung des Problems vereinfacht hätte.

"Ich finde es traurig, dass es zu solchen Differenzen mit der Stadt gekommen ist", betont Vereinsmitglied Günter Wieghardt. "Man hätte das auch sachlicher klären können." Gleichzeitig ist er aber erleichtert, dass der Bergaufzug und der Berggottesdienst nun doch stattfinden, obgleich Günter Wieghardt selbst nicht daran teilnehmen kann. "Ich habe meinen Habit aus Altersgründen abgegeben", so der 85-Jährige.

Die Lengefelder Kirchgemeinde sei von Roberto Sachse informiert worden, dass es in diesem Jahr keinen Bergaufzug geben werde. "Deshalb sind wir zunächst davon ausgegangen, dass auch der Berggottesdienst ausfällt", sagt Pfarrer Stephan Zeibig. Die Gemeinde habe daraufhin das Gespräch mit der Stadt suchen wollen. Der Berggottesdienst sei etwas Besonderes. Wenn die Knappschaft die Veranstaltung doch organisieren würde, "nehmen wir das gerne auf", so Stephan Zeibig.

Auf Nachfrage zeigte sich Roberto Sachse davon überrascht, dass sich für beide Veranstaltungen Organisatoren finden sollen. "Es hatte sich zunächst niemand gefunden, bei der Zustimmung handelt es sich um Einzelmeinungen", erklärt er. Und weiter: "Wenn nun jemand die Organisation übernimmt, stelle ich mich nicht dagegen." Den Streit betrachtet er im Gegensatz zu anderen Vereinsmitgliedern nicht als ausschließlich private Angelegenheit. Als ihm kein neuer Arbeitsvertrag angeboten worden sei, habe die Stadt seiner Meinung nach zugleich der Knappschaft den Stuhl vor die Tür gestellt.

Dem widerspricht Bürgermeister Ingolf Wappler (CDU): "Es ist von Seiten der Stadt nur ein Arbeitsverhältnis nicht verlängert worden." An der Jahreshauptversammlung hätte er gern teilgenommen, sei jedoch aufgrund eines anderen Termins verhindert gewesen, ergänzt Wappler.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...