Kühle Leckerei treibt Temperatur nach oben

HOCHSOMMER: Wie kommt der Erzgebirger mit Hitze zurecht, wenn er arbeiten muss und keinen Urlaub hat? Heute: Eismacher Holger Knorr.

Marienberg.

In Holger Knorrs Produktionsstätte in Marienberg ist es ein bisschen wie im Eisparadies. Kübelweise läuft die Leckerei - an diesem Tag dunkles Schokoeis - aus der Maschine. Ganz frisch und cremig. Ein paar Schritte weiter befindet sich das Kühlhaus, dort lassen sich viele andere Sorten finden: Vanille mit echter Vanille, Erdbeere aus aromatischen Früchten, Mangoeis aus indischen Mangos, Hasselnusseis mit ganzen Nüssen und mehr. Doch was wie das Schlaraffenland für Leckermäuler anmutet, hat noch eine ganz andere Seite.

Bis zu 50 Grad Celsius kann es in den Räumen momentan schon mal heiß werden. Während andere die Fenster schließen, um die warme Luft draußen zu halten, behilft sich Knorr mit Durchzug. Schließlich sind an die 35 Grad, wie sie der aktuelle Hochsommer beschert, immer noch angenehmer als 50.

Doch warum wird es so heiß in der Produktionsstätte? Im Grunde ist die Antwort einfach: Wird das Eis heruntergekühlt, muss Wärme abgegeben werden. So steigt die Raumtemperatur mit jedem Kübel Mandarinen-, Himbeer- oder Eierliköreis an. Die Klimaanlage schafft etwas Abhilfe. Ab und zu zieht ein kühler Luftschwall hindurch - wenn Knorr seine Kühlzelle öffnet, um das hergestellte Eis zu lagern.

Wem der Sinn nach der Leckerei steht, kann sie direkt an der Produktionsstätte erwerben. Holger Knorr beliefert zudem viele gastronomische Einrichtungen. Die am meisten nachgefragte Sorte: Vanille. "Sie kommt am häufigsten in den Eisbecher", sagt der Unternehmer. Zwar haben auch die spezielleren Sorten wie Zitrone-Basilikum ihre Liebhaber, aber der Erzgebirger ist in Sachen Eis dann doch eher traditionell unterwegs. Das meiste Eis verkauft Holger Knorr in seinem Geschäft "Café Eisbär" unweit des Marienberger Marktes. Angesichts der hohen Temperaturen ist derzeit zum Beispiel Gurkeneis gefragt.

Mussten die Mitarbeiter früher hinter der Theke schwitzen, geht es nun angenehmer zu. Einst wurde die warme Luft - im Geschäft muss das Eis ebenfalls konstant gekühlt werden - in Richtung Mitarbeiter abgeleitet. "Wir haben die Technik inzwischen austauschen lassen", erklärt Holger Knorr. Doch auch so schwitzen die Mitarbeiter an vielen Tagen. Oft bilden sich Schlangen, dann heißt es rasch bedienen. Momentan sei der Appetit auf Eis besonders groß, sagt Holger Knorr, der auch selbst gern nascht. Verkauft er in normalen Jahren vier bis sieben Tonnen Eis, fanden in diesem Jahr bereits sechs Tonnen glückliche Abnehmer.

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