Kulturhauptstadt 2025: Chemnitz geht im Erzgebirge auf Werbetour

Die Stadt will mit ihrer Bewerbung das Verhältnis zum Umland auf eine neue Basis stellen. Dafür ist allerdings auch Überzeugungsarbeit nötig.

Pockau-Lengefeld.

Die Stadt Chemnitz hat große Ziele, sie will Europäische Kulturhauptstadt 2025 werden. Doch die Konkurrenz ist stark. Damit die Chancen steigen, werden seit Wochen auch im mittleren Erzgebirge Städte und Gemeinden ins Boot geholt. Mit dabei sind etwa Olbernhau, Pockau-Lengefeld, Zschopau und Amtsberg. Sie verfügen über Anschlüsse ans Bahnnetz und sind damit Teil des Chemnitzer Modells, das ausgebaut wird und die Region an Chemnitz anbindet.

Darüber hinaus zählen unter anderem Flöha, Mittweida, Annaberg-Buchholz, Aue und Oelsnitz zu den rund 20 ausgewählten Orten. Am Mittwoch wollen sich sowohl Bürgermeister als auch Räte in Chemnitz einfinden, um sich auszutauschen. Ihnen stellt sich vor allem eine Frage: Was bringt ihnen die Bewerbung?

So rührte Ferenc Csák, Leiter des Chemnitzer Kulturbetriebes, während des Pockau-Lengefelder Stadtrates die Werbetrommel. Das Potenzial für die Region sei enorm, betonte er. Dennoch entstünden den hiesigen Städten und Gemeinden keine Kosten. Ferenc Csák: "Sie werden von Chemnitz getragen." Das zur Verfügung stehende Budget belaufe sich allein für die Jahre 2021 bis 2027 auf 70 Millionen Euro, wobei es Unterstützung von Bund und Land gibt. Es entstehe ein Zukunftskonzept. Es soll etwa Kultur, Wirtschaft oder auch Infrastruktur umfassen. Wichtig sei es, den Lebensraum zu entwickeln,so Csák.

Einigen Pockau-Lengefelder Räten war das zu unkonkret. Sabine Schlißio (FW) hakte nach: "Aber was hat das alles mit uns zu tun?" Csák antwortete, dass die Chemnitzer Museumsnacht auf die umliegende Region ausgedehnt werden könnte. Dies wäre etwa für das Kalkwerk in Lengefeld interessant. Weitere Idee: Eine bessere Abstimmung der Verkehrsverbindungen. Gunter Tutzschky (CDU): "Dass uns die Bewerbung nichts angeht, würde ich nicht sagen." Die hiesige Region sei auch für erholungssuchende Chemnitzer attraktiv. Zugleich seien oft Pockau-Lengefelder in Chemnitz zu Gast etwa für Freizeitaktivitäten. Mit Blick auf die Beteiligung der Kommunen sagte Rat Ulrich Findeisen (FW): "Wir können nur profitieren." Andere sahen das ähnlich. Wolfgang Steinert (CDU) brachte als gemeinsames Projekt den Ausbau des Flöhatal-Radweges ins Spiel. Daran zeigt auch Olbernhau Interesse. Die Stadt bringe sich ebenfalls in die Bewerbung ein, wie Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP) auf Nachfrage sagte.

Mit knapper Mehrheit von acht zu fünf Stimmen entschied der Zschopauer Stadtrat, die Bewerbung zu unterstützen. Vor allem die Ungewissheit über mögliche Folgekosten rief dort Skeptiker auf den Plan. Zudem wurde ein fehlender Bezug zu Zschopau bemängelt. Oberbürgermeister Arne Sigmund (parteilos) widersprach und erwähnte die gemeinsame Industriegeschichte im Zusammenhang mit der Automobil- und Textilindustrie.

"Es kann nicht schaden, wenn man sich an so einem Vorhaben beteiligt", sagte der Amtsberger Bürgermeister Sylvio Krause (CDU) bereits vor einigen Tagen. Der Ort verfügt ebenfalls über einen Bahnanschluss. Krause: "Wir sollten uns da als kleine Gemeinde nicht raushalten, sondern mitwirken."

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1Kommentare
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  • 3
    0
    CPärchen
    11.11.2018

    Die Idee, als Region stärker zusammen zu arbeiten finde ich auch unabhängig der Bewerbung echt super!
    Als Chemnitzer bspw. suchten wir auch im Erzgebirge nach Erholung, inklusive Übernachtung. Das Problem: Kaum Zusammenarbeit bei Verkehr und Tourismus. Gerne mehr davon



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