Landwirtin hat den Tisch für Bienen und Hummeln gedeckt

Jasmin Hänel hat mehrere Hektar landwirtschaftliche Flächen in Blühwiesen verwandelt. Damit will sie aktiv etwas gegen das Insektensterben tun. Und schauen, was alles im Erzgebirge wächst.

Rübenau/Ansprung.

Selbst am späten Nachmittag summt und brummt es auf der Bienenweide in Ansprung. "Am Vormittag ist das noch viel intensiver", weiß der Besitzer der einen Hektar umfassenden Fläche, Hobby-Imker Wolfgang Löschner. An den Blüten laben sich auch seine Bienen. Angelegt haben die Bienenweide Mitarbeiter des Rübenauer Landwirtschaftsunternehmens Mirko Hänel. Ihm hat Wolfgang Löschner die Fläche verpachtet.

Mirko Hänels Tochter Jasmin freut sich gleichfalls über die Insekten. "Den Landwirten wird oft nachgesagt, sie würden das Sterben der Insekten einfach so in Kauf nehmen. Das stimmt so nicht, wie man sieht", erklärt sie. Die Fläche in Ansprung ist nicht die einzige, die mit den bei Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlingen beliebten Pflanzen bestückt ist. "Wir haben zusätzlich weitere vier Hektar damit versehen", so die Landwirtin.


Für die Fläche in Ansprung hat das "Netzwerk blühende Landschaft" das Saatgut bereitgestellt. Dahinter steht der Verein "Mellifera" aus Rosenfeld bei Tübingen. Im Zentrum seiner Arbeit steht die wesensgemäße, nachhaltige und ökologische Bienenhaltung. Dazu gehört das Sammeln von Spenden für den Kauf des Saatguts. Wolfgang Löschner ist in der Fachpresse auf den Verein gestoßen, hat ihn kontaktiert und das Saatgut kostenlos bekommen. Die Mischung enthält Samen für sowohl einjährige als auch zwei- und mehrjährige Pflanzen.

Auf den vier Hektar, die dem Landwirtschaftsbetrieb Mirko Hänel direkt gehören, wurden einjährig blühende Mischungen ausgebracht. Dazu gehören Phazelia, Senf und Sonnenblumen. "Es blüht vom Frühjahr bis in den Spätsommer", weiß Jasmin Hänel.

Etwa 200 Euro kostet das Saatgut pro Hektar. Hinzu kommen die Kosten für die Ausbringung. Direkten Nutzen hat das für das Unternehmen keinen. Allerdings zählt das Anlegen von Bienenweiden als Maßnahme, für die die EU Prämien vergibt. Als Futterspender für die Rinder können die Flächen nicht dienen. Es handelt sich dabei in erster Linie um eine Naturschutzmaßnahme. "Wir wollten die Flächen nicht einfach brach liegen lassen. Außerdem hat mich sehr interessiert, wie gut die Mischungen bei uns im Erzgebirge gedeihen", sagt Jasmin Hänel.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 2 Bewertungen
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...