Langjährige Amtsleiterin verabschiedet

Gabriele Lorenz war fast 30 Jahre in der Olbernhauer Verwaltung tätig. Sie freut sich auf mehr Zeit mit der Familie.

Olbernhau.

Olbernhaus Hauptamtsleiterin Gabriele Lorenz, die nach 29 Jahren die Stadtverwaltung verlässt, ist bei ihrer offiziellen Verabschiedung während der jüngsten Stadtratssitzung mit Lob überschüttet worden. "Obwohl sie keine Lokalpolitikerin ist, hat sie die Entwicklung der Stadt maßgeblich mit geprägt. Gabriele Lorenz hat ihr Amt stets als Berufung und nicht nur als Beruf betrachtet. In der Zeit unserer Zusammenarbeit habe ich sie als äußert zuverlässig, einsatzbereit und sehr belastbar kennen und schätzen gelernt." Das sagte ihr langjähriger Chef, Ex-Bürgermeister Steffen Laub, der zur Verabschiedung aus Dresden angereist war und ebenso wie sein Amtsnachfolger Heinz-Peter Haustein, die Stadträte Hartmut Tanneberger und Guido Kolberg das Wort ergriff.

Obwohl Gabriele Lorenz verabschiedet wurde, ist sie noch im Rathaus anzutreffen. "Bis zu meinem letzten Arbeitstag Ende Oktober muss ich beispielsweise noch vieles in meinem Büro archivieren", sagte sie. Gabriele Lorenz trat die im September 1990 ihren Dienst im Rathaus an. "Nach dem Studium war ich im Blechwalzwerk als Leiterin der Produktionsvorbereitung tätig. Ich habe mich dann auf die ausgeschriebene Stelle für das Hauptamt beworben, durfte mich beim Hauptausschuss vorstellen und bekam die Stelle", erinnert sich Gabriele Lorenz, die mit der Vision antrat, an den gesellschaftlichen Veränderungen mitzuwirken. "Rückblickend waren es damals wilde Zeiten. Es gab Hoffnungen und Enttäuschungen, Siege und Niederlagen", umschreibt sie die Jahre ab 1990. Ungern erinnert sich Gabriele Lorenz in diesem Zusammenhang an die Schließung städtischer Kindereinrichtungen. "Der Geburtenrückgang nach dem Mauerfall erforderte im Zuge der Schließung auch die Entlassung von Mitarbeitern. Das war keine schöne Sache", so Gabriele Lorenz, die in ihrer Amtszeit neben dem Hauptamt auch dem Ordnungsamt und später zusätzlich dem Kultur- und Sozialamt vorstand. "Eine Menge an Aufgaben, deren Kombination allerdings auch vielfach die Lösung von Problemen vereinfachte", so Lorenz. Diese Probleme, manchmal auch von Mitmenschen verursacht, ging sie stets resolut an. "Ein offenes Gespräch habe ich nie gescheut", so Gabriele Lorenz, die gute und weniger schöne Erinnerungen an ihre Dienstzeit behält. "Alles aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, aber das Hochwasser 2002 war ein einschneidendes Ereignis. Erst kam die Wasser-, danach die Spendenflut", so Gabriele Lorenz. Zwei große Stadtfeste, 2002 und 2010, in die sie maßgeblich eingebunden war, oder auch die Sanierung von Kindereinrichtungen gehören ebenso zu den Dingen, an die sie sich gern erinnert.

Auf die kommende Zeit, die für sie kein Ruhestand sein wird, freut sich Gabriele Lorenz. "Mein Privatleben, meine Familie, musste immer zurückstecken. Für sie habe ich jetzt mehr Zeit. Ebenso für Haus, Hof und Garten", sagt die Olbernhauerin, die in Erwägung zieht, auch frühere Hobbys, für die sie aus beruflichen Gründen lange keine Zeit hatte, wieder anzugehen. "Meine Nähmaschine möchte ich wieder mal rausholen, oder auch etwas Sport machen", sagt Gabriele Lorenz, die gern wandert. Dem Judosport wird sie sich, obwohl Trägerin des schwarzen Gürtels, wohl aber nicht mehr intensiv widmen. "Auch ehrenamtlichem Engagement stehe ich offen gegenüber und werde mich in dieser Richtung auch einbringen."

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...