Licht des Bergbaus strahlt im Pferdegöpel in Lauta

Mehr als 400 Geleuchte sind ab morgen zu sehen. Anhand der Veränderungen bei diesen Lichtquellen lässt sich auch eine Entwicklungsgeschichte der Technik nachvollziehen.

Lauta.

Licht beeinflusst das Leben, ohne Licht könnte der Mensch nicht leben. Licht ist Wärme, Licht ist Information, Licht ist Hoffnung. Deshalb war und ist wohl das wichtigste dem Bergmann zur Verfügung stehende Hilfsmittel beim untertägigen Bergbau seit jeher das Geleucht. Mehr als 400 verschiedene dieser Lichtquellen sind ab morgen in einer Sonderausstellung im Besucherbergwerk Pferdegöpel im Marienberger Ortsteil Lauta zu sehen.

Drei Sammler aus der Region, die sich schon seit Jahrzehnten mit dem bergmännischen Geleucht beschäftigen, haben dafür ihre Exponate zur Verfügung gestellt. "Über die Vielfalt waren selbst wir etwas überrascht", sagt Museumsmitarbeiter Wolfgang Fritzsche. Denn die Mehrzahl der Ausstellungsstücke stammt nicht aus dem Erzgebirge, sondern aus der ganzen Welt, denn Bergbau wurde und wird weltweit betrieben. Daher sind unter anderem Geleuchte aus Polen, der Tschechischen Republik, den USA, Frankreich, Belgien und England zu sehen.

"Eine ausreichende Beleuchtung hatte schon immer einen hohen Stellenwert. Zum einen muss das Geleucht dem Bergmann auf seinen Wegen voranleuchten und dann am Ort seiner Arbeit das Tageslicht ersetzen", so Fritzsche. Die große Anzahl an Geleuchten in der Ausstellung ermöglicht zudem einen guten Überblick der technischen Entwicklung, denn das tragbare Geleucht des Bergmanns weist seit dem Beginn des untertägigen Bergbaus bis in die heutige Zeit eine technische Entwicklungsgeschichte auf, die sich in einer Vielzahl verschiedener Lampentypen niederschlug.

"Die Zeit bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war geprägt von einfachen Geleuchten mit offener Flamme und wenig Lichtausbeute. Kienspäne, Kerzen oder auch Öllampen begleiteten die Bergleute bei der Arbeit", erläutert Wolfgang Fritzsche. Eine Tonlampe für Ölbrand aus Afghanistan um 1700 zählt zu diesen Zeitzeugen. "Erst seit Ende des 18. Jahrhunderts, mit dem verstärkten Einsatz des Steinkohlenbergbaus und der dadurch bedingten Notwendigkeit einer sicheren Lichtquelle, wurde intensiv nach neuen Beleuchtungstechniken gesucht", sagt Wolfgang Fritzsche. Der dadurch ausgelöste Innovationsschub führte zu einer Vielzahl unterschiedlicher Lösungsansätze für eine ausreichend helle und sichere Beleuchtungsquelle im Bergbau. Gegenwärtig findet sich im europäischen Bergbau, abgesehen von wenigen Ausnahmen, als einziges tragbares Geleucht die elektrische Kopflampe.

Die Ausstellung "Bergmännische Geleuchte im Wandel der Zeit" ist bis zum 3.März im Besucherbergwerk Pferdegöpel in Lauta zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen jeweils in der Zeit von 10.30 bis 16.30 Uhr. Am 24. sowie am 31. Dezember bleibt die Ausstellung geschlossen.

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