Möbelbauer Posa aus Satzung: Aufträge nur noch bis Jahresende gesichert

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Der Möbelhersteller Posa in Satzung bekommt die Auswirkungen der Kaufzurückhaltung wegen der Energiekrise zu spüren. Doch auch unterbrochene Lieferketten machen der Firma zu schaffen.

Satzung.

Sein Betrieb ist eigentlich einer, der wenig Energie verbraucht, sagt Thomas Mehnert. Etwas Strom werde für Licht und einen Kompressor benötigt. Dennoch weiß der Geschäftsführer der Posa Möbelsysteme GmbH Satzung im Moment nicht, wie es im nächsten Jahr weitergeht. "Wir haben noch bis Jahresende Aufträge", so Mehnert, der die Kaufzurückhaltung der Menschen wegen der Energiekrise direkt zu spüren bekommt. Und das inzwischen seit etwa Juni.

"Wir schlittern von einer Krise in die nächste", sagt der Geschäftsführer. Erst war es Corona. Nun beschäftigen ihn schon seit mehreren Monaten immer wieder unterbrochene Lieferketten. Das beginne beim Rohmaterial, den Stoffen, die er aus ganz Europa beziehe. Das Problem: Die Vorlieferanten sind zumeist im asiatischen Raum angesiedelt. Kommen die Gewebegrundstoffe von dort in Europa nicht an, hat wiederum Mehnert schlechte Karten, Material zu ordern. Fast noch gravierender aber hätten sich die Holzsanktionen ausgewirkt. So fehle es etwa an Spanplatten. In dieser Gemengelage sei es nicht einfach, die anstehenden Aufträge zu erfüllen. "Wir müssen sehen, dass wir dieses Jahr halbwegs mit einer schwarzen Null abschließen", betont Mehnert.

Froh ist er in dieser Situation darüber, dass die 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Unwägbarkeiten mittragen - Beispiel Heizung. "Wir haben am vergangenen Mittwoch erstmals unsere Heizung angestellt, dabei ist es bei uns hier oben in Satzung schon mehrere Tage ziemlich kühl", so Mehnert. Das Problem bei ihm heißt nicht Erdgas, sondern Pellets. Vor rund zwei Jahren hat er die Heizung in der Firma unter Beachtung der CO2-Steuer erst umgestellt. Energieträger bis dato war klassisch Holz, jetzt sind es Pellets. Und die sind in der Zeit extrem im Preis gestiegen, sagt der Geschäftsführer. Habe die Tonne vor einem Jahr noch 169 Euro gekostet, so würden dafür inzwischen 600 Euro fällig.

Mehnert ist dennoch optimistisch, dass es auch nächstes Jahr irgendwie weitergeht. Dabei vertraut er auf die vier Standbeine der Firma. Das sind zunächst die rund 150 Möbelhäuser, die bundesweit beliefert würden. Dazu statte Posa Hotels, Restaurants sowie Pflegeheime aus. Für letztere Einrichtungen entwickelt der Satzunger Betrieb sogar ganz spezielle Möbel wie Stühle für Übergewichtige oder Sessel für Menschen mit Behinderungen. Standbein drei sind Aufpolsterungen und Reparaturen. Das vierte und letzte Standbein sind die drei eigenen Geschäfte in Leipzig, Dresden und Halle. Dadurch sei man ganz nah am Kunden, ein Modell für die Zukunft, glaubt Mehnert.

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