Molières "Eingebildeter Kranker" bald auf kleiner Bühne zu sehen

Das Gelenauer Marionettentheater ist gefragt wie nie - vor allem bei Erwachsenen. Deshalb lassen die Hübners nicht nur die Puppen tanzen.

Gelenau.

Der Terminkalender von Helga und Frank Hübner ist in der kommenden Theatersaison, die nächste Woche beginnt, so voll wie bisher noch nie. "Wir sind bis Mai nahezu ausgebucht, spielen bis Ende Januar jede Woche im Kellertheater und sind auch bei privaten Feiern sehr gefragt. So ein Terminaufkommen ist in diesem Umfang zu diesem Zeitpunkt noch nie da gewesen", freut sich Theater-Inhaber Frank Hübner, der mit seiner Gelenauer Bühne kürzlich auch beim Pressefest der "Freien Presse" im Chemnitzer Küchwald die Besucher unterhalten hat.

Dennoch möchte die kleine Spielstätte, die mit dem "Hanswurst" auch über eine Theatergaststätte verfügt, ihr Angebot erweitern, künftig auch andere Genres anbieten. Am 2. Oktober wird der Chemnitzer Kabarettist Stephan Dettmeyer alias Eduard Sachsenmeyer mit seinem Programm "Engel sind männlich" gastieren, Ende Oktober kommt der von vielen Auftritten bei den Puppentheatern bekannte Potsdamer Künstler Wolfgang Lasch erneut in das Erzgebirgsdorf. Einmal mehr wird er unter die Maske von Arnold Böswetter schlüpfen und seine mitunter eigensinnigen Lebensweisheiten zum Besten geben. Im Januar ist ein spanischer Abend geplant, für den eine Puppenspielerin aus Berlin verpflichtet werden soll, die "Carmen" in einer modernen Adaption darbietet. Zu "Dr. Watsons kriminellem Salon" wird im Februar und am Ostermontag mit Programm eingeladen.

In Vorbereitung sind auch die nunmehr elften Gelenauer Puppentheatertage, die im März wieder zahlreiche Künstler und Besucher in die Spielstätten locken sollen. Dabei werden beliebte Puppenspieler nicht fehlen. "Wir wollen aber auch neue Teilnehmer in die inzwischen feste Künstlergemeinschaft integrieren", blickt der Organisator voraus. Und er würde es generell auch gern sehen, wenn der eine oder andere Künstler im "Hanswurst" spontan etwas zum Besten geben würde.

Erstmals lädt das Theater zu einer Vorstellung am Silvesterabend ein, bei der das derzeit in Arbeit befindliche Stück "Der eingebildete Kranke" aufgeführt wird - inklusive "nebenwirkungsfreier Kost und Getränken", kündigt Frank Hübner an. Für die sprachlich zeitgemäße und marionettentaugliche Inszenierung der Komödie des französischen Dramatikers Molière im Kellertheater wälzt Helga Hübner zurzeit Manuskripte, historische Literatur und das Synonymwörterbuch. Zudem müssen neue Kostüme für die rund ein Dutzend zum Einsatz kommenden hölzernen Schauspieler genäht und Kulissen wie beispielsweise ein Himmelbett angefertigt werden. "Der Bau eines Rollstuhls wird eine Herausforderung", hat auch Frank Hübner schon mit den gedanklichen Vorbereitungen begonnen.

"Wir haben lange nach einem Stoff gesucht, der zeitgemäß und natürlich auch lustig sein sollte", erklärte Frank Hübner die Wahl des Stücks. "Die Parallelen zu heutigen menschlichen Schwächen und den gesellschaftlichen Problemen im Gesundheitssystem sind unübersehbar."

"Der eingebildete Kranke" ist nach dem nach wie vor gut besuchten "Ritter Blaubart" sowie "Karl Stülpner" und "Das kalte Herz" das nunmehr vierte Stück der Gelenauer für Erwachsene. Am 13. November hat es Premiere. Zum Saisonauftakt im Kellertheater stehen am 18.September, 10 Uhr "Abenteuer im Hexenwald" mit Kinderschminken und Pizzabacken auf dem Programm.

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