Motorradbastler wagt sich selbst an fast hoffnungslose Fälle heran

Sebastian Last aus Großrückerswalde stellt beim Oldtimertreffen des Dorfvereins Lauta eine in 500 Stunden restaurierte DKW-Maschine vor. Nun hat er ein noch schwierigeres Projekt im Auge.

Lauta.

Für Freunde alter Fahrzeuge war der Pferdegöpel in Lauta am Pfingstsamstag ein wahres Eldorado. Aussteller aus der Region zeigten auf dem Gelände historische Zwei- und Vierräder. Bei seinem 14. Oldtimertreffen hatte der Dorfverein Lauta den Schwerpunkt auf die Marke DKW gelegt. "Die Zweiräder galten als robust, zuverlässig und technisch ihrer Zeit voraus. Viele Oldtimerfreunde haben zu diesem Hersteller aus der Region einen besonderen Bezug, auf den wir diesmal eingehen wollten", erklärt Wolfgang Fritzsche vom Dorfverein.

Rund 30 Liebhaber stellten ihre DKW-Maschinen zur Schau. Eine davon - eine DKW SB 500 - steuerte Sebastian Last aus Großrückerswalde bei. Der Kfz-Meister hat das Zweirad (Baujahr 1936) in jahrelanger Kleinarbeit in ein Schmuckstück verwandelt. "Nachdem ich von 2005 bis 2007 eine DKW NZ 350 restauriert hatte, fand ich nach langer Suche im Internet die SB 500. Sie stand in Mildenau und war im schlechtesten Zustand, den man sich vorstellen kann: unvollständig, verrottet, der Rahmen verzogen. Dafür war der Preis in Ordnung", blickt der 42-Jährige zurück. Im Sommer 2018 konnte er zur ersten Fahrt mit der neuen, alten Maschine aufbrechen.


"Zwischenzeitlich habe ich noch ein Haus gebaut, weshalb die Zeit für das Hobby gefehlt hat", fügt Sebastian Last an, der für die Restaurierung der Maschine zu 99 Prozent auf Originalteile zurückgreifen konnte. "Die Ersatzteile bekam ich von Bekannten, die ich bei Oldtimertreffen wie dem in Lauta kennengelernt habe, von Ersatzteilmärkten oder aus dem Internet. Selbst angefertigt habe ich zum Beispiel das Schaltgestänge", sagt Sebastian Last. Mit seiner zweiten DKW ist er bislang etwa 220 Kilometer gefahren.

"Auf die Marke bin ich durch meinen Onkel gekommen, der auch eine hat. Weil die Maschine aus der Region kam, habe ich mich auch dafür entschieden", sagt Sebastian Last. Ein weiteres Projekt hat er schon im Auge: eine wassergekühlte DKW Supersport mit 600 Kubikzentimetern Hubraum. "Dafür sind kaum Teile zu bekommen. Bis es damit klappt, baue ich erst einmal einen Seitenwagen für die SB 500 auf, den ich im April aus Hannover geholt habe." Sebastian Last hofft, das fertige Gespann in zwei Jahren beim Oldtimertreffen in Lauta präsentieren zu können.


Schwerpunkt liegt bei DKW

Mehr als 300 Aussteller aus der Region präsentierten beim 14. Oldtimertreffen in Lauta unter anderem ihre Motorräder, Personen- und Lastkraftwagen, aber auch Busse und Traktoren. Zweiräder waren in der überwiegenden Mehrzahl zu sehen. Die Bandbreite der rund 30 ausgestellten DKW-Maschinen reichte vom Einzylinder-Modell mit 100 Kubikzentimeter Hubraum bis zur 500-Kubikzentimeter-Zweizylindermaschine.

Reichlich 1000 Besucher schauten sich nach Angaben des Veranstalters die Fahrzeuge an und besuchten den Teilemarkt. Eine gemeinsame Ausfahrt der Oldtimer startete 14 Uhr und führte über 28 Kilometer bis nach Börnichen. (faso)

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