Ostereier-Ausstellungen: "Freie Presse" lädt zum virtuellen Rundgang ein

Kunstvoll verzierte Ostereier sollten Besucher unter anderem in die Dorfchemnitzer Knochenstampfe und ins Gelenauer Depot von Erika Pohl-Ströher locken. Die Türen öffnen sich zumindest virtuell.

Dorfchemnitz/Gelenau.

Bemalt, verziert, geschmückt - Eier in allen Größen, Farben und Optiken faszinieren als Kunstobjekte jedes Jahr aufs Neue. Deshalb sollten neu entdeckte Schätze auch diesmal rund um Ostern im Gelenauer Depot der Volkskunstsammlerin Erika Pohl-Ströher und in der Knochenstampfe Dorfchemnitz zahlreiche Interessenten erfreuen. "Freie Presse" hat hinter die wegen der Ausgangsbeschränkungen geschlossenen Museumstüren geschaut und lässt die Leser daran teilhaben.

Ostereier-Ausstellung im Depot Pohl-Ströher

Filigranes rund ums Ei wurde im Gelenauer Pohl-Ströher-Depot aufgebaut. Neben den 1500 Eiern der Schweizer Mäzenin stehen diesmal vor allem 400 Kunstwerke mit Tuschezeichnungen auch aus dem Bestand der Geraer Sammlerin Andrea Steinel im Mittelpunkt. Ebenfalls zu sehen: Ostereier aus dem Fundus von Helmut Meister. Der 54-Jährige aus Großniedesheim im Rhein-Pfalz-Kreis hat 168 Exponate von rund 30 Künstlern aus dem In- und Ausland mitgebracht - von Sittich- bis Gänseei, mit Landschaften, ganzen Bildern, verspielten Mustern, klaren geometrischen Linien, zum Teil auch filigran durchlöchert.

Die Vorliebe des gelernten technischen Zeichners, der als Konstrukteur arbeitet und der im Besitz von Eiern von rund 200 Künstlern aus 15 Nationen ist, gilt den Perleneiern. Miniglasperlen, sogenannte japanische Rocailles, haben es ihm angetan, seit er mit 18 Jahren erstmals eine solche Verzierung sah: "Das Ei selbst fand ich hässlich, aber die aus rumänischen Frauenklöstern stammende Technik spannend. Noch heute interessiert mich das Künstlerische mehr als das Brauchtum." Seitdem fertigt er selbst kleine Kunstwerke mit grafischen Formen. Für ein Hühnerei benötigt er zwischen vier und fünf Stunden, bis die rund 2500 Miniperlen, die mit einer Hohlnadel in eine ganz dünne Klebewachsschicht eingedrückt werden, wie von ihm gewünscht sitzen. Mit dem Verkauf solcher Eier hat er sein Studium finanziert und den Grundstock für seine Sammlung gelegt. Während er jährlich auf Ostermärkten nach neuen Schätzen stöbert, trat die eigene Fertigung etwas in den Hintergrund. "Es ist halt ein Hobby", sagt Helmut Meister.

Ebenfalls aufgebaut in der Osterschau: die Hasen des Leipziger Bäckermeisters Rolf Steuernagel, der seine Liebe zur Holzkunst erst im Ruhestand entdeckt hat. Neues gibt es auch bei den Kinderfahrzeugen in der Sammlung Eckart Hollers zu sehen, unter anderem ein doppelsitziges Tretauto der Marke Bing aus dem Jahr 1929 sowie Mercedes-Kinderfahrzeuge.

 


Ostereier-Schau in der Knochenstampfe

Die Ostereierausstellung "Alles blüht!" im Museum Knochenstampfe im Zwönitzer Ortsteil Dorfchemnitz umfasst rund 850 Eier. Sie sind entsprechend dem Motto ausschließlich mit Blumenmotiven bemalt. Museumsleiter Jürgen Zabel erklärt: "Die gezeigten Exponate reichen vom Zebrafinkenei bis zum Straußenei und Emuei, aber auch Keramikeier sind dabei." Die gezeigten Eier stammen alle aus der Privatsammlung der Familie Breitkreutz in Thüringen. Seit fast 50 Jahren sammeln Edith und Waldemar Breitkreutz aus Gotha alles rund ums Osterfest. Sie haben inzwischen rund 15.000 Exponate aus aller Welt zusammengetragen. Mit dieser Sonderschau geben sie nun bereits zum 20. Mal einen Einblick in ihr besonderes Hobby.


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