Musikdampfer auf der Zschopau

Überraschung am Braunsdorfer Wehr. Dass der Schwimmapparat auch einmal im Oberlauf des Flusses zu sehen und zu hören sein wird, schließt der Erbauer nicht aus.

Braunsdorf.

"Na, dann lass' mal ordentlich Dampf auf die Orgel", ruft ein Spaziergänger vom Ufer aus zu. Der "Kapitän" lässt sich nicht lange bitten. Plötzlich schallt Freddy Quinns "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" durchs Zschopautal. Dicke Rauchschaden hinter sich herziehend nimmt der weißer Dampfer Kurs Richtung Braunsdorfer Wehr. Ein Musikdampfer auf der Zschopau? Gibt's doch nicht! Gibt's doch!

Eine gute halbe Stunde lang drehte der etwa sieben Meter lange, mit zwei Schornsteinen und mehreren Lautsprechern versehene Schaufelraddampfer seine Runden auf dem Wehrteich in Braunsdorf. Am Steuer, hinter einer Gardine versteckt, eine männliche Person mit langem Bart und Kapitänsmütze.

Martin Böschmann aus Hohenfichte hatte den Dampfer für das Brücken- und Schützenfest in dem Leubsdorfer Ortsteil gebaut. Zwar war der 35-Jährige damit nicht der schnellste, dafür gewann er mit der "Hohenfichtner Spitze", wie er das Boot getauft hat, die Konstrukteurswertung. Die Person mit Bart und Kapitänsmütze in Braunsdorf sei er aber nicht gewesen, versichert Martin Böschmann: "Das Boot hatten sich Bekannte ausgeliehen." Dass die "Hohenfichtner Spitze" auch einmal im Oberlauf des Flusses zu sehen und zu hören sein wird, schließt der Erbauer unterdessen nicht aus.

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