Musiker begeistert nach USA-Reise

Die Heidelbachtal-Musikanten haben an der Steuben-Parade in New York teilgenommen. Doch was hatte der Ententanz damit zu tun?

Drebach/New York.

Die Amerikaner lieben es bekanntlich etwas größer. Davon konnten sich 27 Musiker der Heidelbachtal-Musikanten überzeugen, denn sie sind über den Großen Teich geflogen. Anlass war ihre Teilnahme an der Steuben-Parade in New York, einem jährlichen Fest zu Ehren von Freiherr Friedrich Wilhelm von Steuben. Er hatte einst die Armee George Washingtons derart auf Vordermann gebracht, dass sie die verhasste Kolonialmacht England besiegen konnte.

Daran wird jährlich mit der Steuben-Parade erinnert, zu der auch deutsche Musikgruppen eingeladen werden. Die Heidelbachtal-Musikanten aus Drebach waren in diesem Jahr mit von der Partie, absolvierten mehrere Auftritte und berichteten darüber bei ihrem Herbstkonzert im Bürgerhaus Drebach.

"Ich war vorher noch nicht geflogen, aber ich habe es genossen", berichtete Gudrun Melzer von der Reise, vor der sie einigen Bammel hatte: "Die Ängste waren unbegründet, und die Reise war insgesamt wie ein Traum. Wir sind phantastisch aufgenommen worden. Die Gastfamilien waren hilfsbereit und freundlich, es war insgesamt einfach wunderbar." An zwei Tagen spielten die Drebacher im Germania-Park in New Jersey über jeweils mehrere Stunden. Gut, dass die Musiker vorher einige Stücke geprobt hatten, die bei den Amerikanern hoch im Kurs stehen. Bei "Sweet Caroline" seien die Einheimischen richtig mitgegangen, noch mehr beim Ententanz, erzählte Dirigent Robin Kürschner: "Den haben wir an zwei Tagen gefühlte 15 Mal gespielt." Und dann marschierten die Heidelbachtal-Musikanten bei der Steuben-Parade mit. Wie sie über den roten Teppich marschieren und den Steigermarsch spielen, ist im Internet auf Youtube zu sehen. Zu hören gibt es dabei die Erklärung auf englisch, dass die Kapelle aus "Germany" komme, aus der "Town of Drebach", der Stadt Drebach.

"Das war ein einmaliges Erlebnis, wir sind froh, dass wir der Einladung gefolgt sind", sagt Sängerin und Moderatorin Gudrun Melzer. Wenn es nach den Amerikanern ginge, wäre der erste Besuch der Drebacher Musiker nicht der letzte, denn es hagelte schon wieder Einladungen.


Der Wiederholungstäter

Sven Melzer war auf dieser Reise schon fast ein "alter Hase", denn er reiste 2004 schon einmal in den USA. "Das war mit der Erzgebirgsgruppe Ehrenfriedersdorf. Damals waren wir in Philadelphia, aber die Reise jetzt hatte schon noch mal andere Dimensionen", erzählt der Trompeter. "Wir haben zwei Tage zum Oktoberfest in einem riesigen Pavillon gespielt, jeden Tag vor etwa 2500 Leuten. Allein das hat bei mir großen Eindruck hinterlassen", sagt der Drebacher, der sich als Teil einer großen Botschaftertruppe für das Erzgebirge gefühlt hatte. "Wir sind bei der Steuben-Parade vor der großen Tribüne vorbei marschiert und haben dabei den Steigermarsch gespielt. Das war Werbung für das Weltkulturerbe." Für den 40-Jährigen hat sich der USA-Trip gelohnt, und er würde wieder über den Atlantik fliegen. "Auch das Essen im Deutschen Club in New Jersey war sehr in Ordnung, es gab Leberkäse, Kartoffelsalat, Sauerkraut und Münchner Bier. Alles gut."


Der Taktgeber

Frank Reinhold war zum ersten Mal in den USA - und als Musiker noch dazu ohne Instrument. "Ein Schlagzeug ist nun mal zu groß, um es im Flugzeug mitzunehmen. Darum habe ich auf einem geliehenen Instrument gespielt", erzählt der Schlagzeuger der Heidelbachtal-Musikanten. Das habe sehr gut geklappt. Die Instrumente seien immer vom Veranstalter der Auftritte gestellt worden. "Zur Parade hatte ich mein Koppel von zu Hause umgeschnürt und habe auf kleinen Trommeln gespielt", erzählt der Mildenauer, der seit fünf Jahren bei den Heidelbachtal-Musikanten trommelt. Die Reise sei ein Erlebnis gewesen, von dem er lange zehren werde. "Die Herzlichkeit der Gastgeber hat großen Eindruck hinterlassen, auch die Auftritte im Germania-Park in New Jersey waren ganz stark", sagt der 55-Jährige, der seit 41 Jahren auf dem Schlagzeug spielt und den Rhythmus für die Kapelle vorgibt. "Meine Erwartungen sind weit übertroffen worden, die Reise war ganz groß." (dit)


Das Küken

Emely Frank ist seit einem reichlichen Jahr Mitglied der Heidelbachtal-Musikanten, und sie war bei der Reise an die US-Ostküste dabei. "Es war schön und unheimlich aufregend", sagt die Posaunistin, die aus Schlettau kommt und in Annaberg-Buchholz zur Schule geht. "Wir waren in New York, und diese Stadt ist einfach riesig und hektisch zugleich. Der Straßenverkehr ist genau so beeindruckend gewesen wie die vielen Menschen, die dort unterwegs sind", erzählt die 15-Jährige über ihre Eindrücke. Als besonders herzlich habe sie die Aufnahme in einer Gastfamilie empfunden. "Wir sind privat untergebracht gewesen, und ich habe gemerkt, dass ich mit meinem Schulenglisch schnell an Grenzen gestoßen bin, weil die Amerikaner so schnell gesprochen haben. Und während der Parade am Central Park entlang zu marschieren, das hatte schon was. Ich würde so etwas jederzeit wieder machen", sagte die Schülerin begeistert. (dit)

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