Nachwuchs begeistert mit Instrumenten und Stimmen

Junge Musiker haben bei der Auszeichnungsveranstaltung des Wettbewerbs "Trau dich!" mit ihren Auftritten geglänzt. Mehr als 100 Besucher kamen in die Marienberger Baldauf- Villa. Die Entscheidung fiel der Jury nicht leicht.

Marienberg.

"Trau dich!" heißt der Kinder- und Jugend-Talentwettbewerb, bei dem im zweijährigen Rhythmus in den Genres Tanz, Musik und Rezitation die besten jungen Künstler ermittelt werden. Im November 2019 hatten die Musiker und Rezitatoren vorgespielt und vorgesprochen, am Sonntag wurden in der Marienberger Baldauf-Villa die Preise vergeben.

Und das geschah nicht einfach so, denn die Ausgezeichneten gestalteten selbst den Nachmittag, indem sie ihre Wettbewerbsbeiträge noch einmal vortrugen. Einer, der im Herbst schon Jury und Publikum mit seinem Vortrag spielend leicht um den Finger wickelte und auch am Sonntag begeisterte, war Richard Sonnenfeld mit dem Gedicht "Der Bart" von Manfred Pollmer. "In der Zeit bis jetzt ist mir selbst noch kein Bart gewachsen, da habe ich noch etwas Zeit", sagte der Siebenjährige, der bald achten Geburtstag feiert.

"Ich brauchte gar nicht mehr viel abzulesen, das Gedicht steckte noch in mir drin", erzählte der Marienberger, der ein klein wenig mit der Aufregung zu kämpfen hatte. So ganz kalt ließ es niemanden der knapp 30 Preisträger, dass sie vor mehr als 100 Zuschauern ihr ausgezeichnetes Musik- oder Rezitationsstück noch einmal präsentieren durften. "Das gehört doch einfach dazu", sagte Dorothee Hinkel aus Wiesa, die mit einer Etüde von Moritz Moszkowski begeisterte.

Gudrun Lange, Sängerin der Countryband Kactus, führte am Sonntag durch das Programm und erläuterte als Mitglied der Jury, worauf besonders geachtet wurde: "Es ist immer schwierig, die Preise zu verteilen. Dabei mache ich das schon ein paar Jahre. Wir lassen den Altersunterschied einfließen, geben acht auf die Musikalität und die Spieltechnik. Abzüge gab es nicht, wenn jemand aufgeregt war, ich bin es selbst vor jedem Auftritt."

Die Spielfreude und die Begeisterung für das eigene Instrument sowie der Wunsch, das auch anderen zu präsentieren, wurde in allen Beiträgen deutlich. Und doch machte die Jury in der Bewertung Unterschiede aus und vergab einen Hauptpreis. "Als Anerkennung dafür, was die jungen Musiker schon geleistet haben und als Ansporn für andere, es ihnen gleich zu tun", sagte Gudrun Lange. Den Hauptpreis strich Annika Matthes aus Neuhausen ein. Sie spielte die Octave Ferroud von Yoan Yan auf ihrer Querflöte einfach so überzeugend, dass die Jury nicht an ihr vorbei kam.


"Musik wird für mich immer ein Hobby bleiben. Eins, das ich liebe."

Alexander Maschek gehört zu den Preisträgern von "Trau dich!". Dirk Trautmann hat mit dem 17-jährigen Cellisten aus Neuhausen gesprochen.

"Freie Presse": Du wurdest für dein Cellospiel ausgezeichnet. Warum hast Du Dich gerade dieses Instrument entschieden?

Alexander Maschek: Die Entscheidung fiel schon vor elf Jahren. Ich war mit meinen Eltern auf einer Messe für Musikinstrumente in Dresden. Da habe ich viele Celli gesehen und auf einem habe ich auch kurz das Spielen probieren dürfen.

Kam kein anderes Instrument in Frage?

Nein. Und ich bin dem Cello immer treu geblieben.

Also war es quasi Liebe auf den ersten Strich?

Das kann man so sagen.

Was macht das Cello als Instrument aus?

Ich kann historische, aber auch neue Literatur spielen, langsame und schnelle. Und dann ist es einfach dieser Klang.

Es gibt ein paar Finnen, die spielen Stücke der Metal-Band Metallica auf vier Celli. Was hältst Du davon?

Die finnische Band heißt Apocalyptica. Die habe ich später für mich entdeckt, aber die spielen tolle Sachen.

Geht Dein Berufswunsch in die musikalische Richtung?

Nein, Musik wird für mich immer ein Hobby bleiben. Eins, das ich liebe, aber zum Beruf will ich die Musik nicht machen. dit


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