Naturfreund spendet weitere Sträucher

Ein Thüringer Rentner hat die Region ins Herz geschlossen. Seine Zuneigung verbindet er mit dem Naturschutz. Das macht er nicht zum ersten Mal.

Warmbad.

Als "fröstelnder Kurgast" ist Manfred Linß aus dem westthüringischen Wartburgkreis 2017 in Warmbad bekannt geworden. Der 71-Jährige ist seit sechs Jahren regelmäßig zu Gast und hatte sich im September vergangenen Jahres dazu entschlossen, 300 Euro für Heckensetzlinge zu spenden. Die sollten an Stellen ohne oder mit wenig Bepflanzung im Winter vor kühlem Windzug schützen und im Sommer Insekten und Vögeln mit Nahrung dienen, so die Idee. Das hatte Linß dann auch getan und das Geld für insgesamt 110 Setzlinge gespendet.

Nun war der Rentner wieder zu Gast in Warmbad und freute sich, dass aus seinem Vorhaben etwas geworden ist. Er streifte am bepflanzten Hang an der Einfahrt zur Silbertherme entlang und begutachtete die auf rund 150 Metern gepflanzten und schon gar nicht mehr so zierlichen Gehölze. "Die Aronia trägt sogar schon Früchte", war dem Thüringer aufgefallen. Doch hier soll sein Einsatz nicht enden. Linß hat sich dazu entschieden, weitere 500 Euro zu geben, damit an der Stelle noch mehr gepflanzt werden kann.

Warum? "Warmbad liegt mir am Herzen", erklärt Linß. Und die Sachsen seien sehr umgängliche Menschen - das meint er durchaus wertschätzend. Wichtigstes Anliegen seiner Spende ist ihm aber der Naturschutz. So klingt vieles, was er sagt, wie ein Plädoyer für die Umwelt: ,"Wir haben den Bezug zur Natur verloren." Linß wünscht sich mehr Vielfalt und Blühpflanzen. Nicht nur hier fiele es auf, dass es zu wenige Exemplare davon gebe. Generell habe sich die Natur in den vergangenen Jahren verändert - und das nicht zum Guten.

Der Thüringer erklärt, dass es zur Abhilfe nicht genüge, nur Grünflächen anzulegen; er spricht bei Rasenflächen sogar von "grüner Wüste", auf der es für Insekten nichts zu holen gebe. Stattdessen sollen Sträucher und Hecken gepflanzt werden. In seinem eigenen Garten hat er schon viel experimentiert.

Entsprechend sollen nun an dem Warmbader Hang, an dem der Gärtner des Kur- und Gesundheitszentrums, Jörg Diedrich, nach Linß' Spende bereits Sträucher wie Hagebutte, Holunder, Felsenbirne und Sanddorn gepflanzt hat, weitere Setzlinge in den Boden kommen. Linß plädiert für einheimische Arten. Denn insbesondere mit diesen und ihrer Blühweise sei Insekten geholfen, Nahrung zu finden. "Es nützt wenig, fremde Gehölze aus dem Baumarkt zu nehmen, die gar nicht blühen, sondern nur Blätter tragen."

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