Neben Beratung auch praktische Hilfe für Sehbehinderte

Das "Blickpunkt Auge"- Mobil hat in Zschopau Halt gemacht. Die Besatzung kann mehr als nur über Leistungen reden.

Zschopau.

Entweder die Zschopauer haben alle gute Augen oder das Infomobil "Blickpunkt Auge", das gestern bis zum Nachmittag auf dem Markt Station gemacht hat, ist einfach übersehen worden. Lediglich eine Frau habe das Beratungsangebot genutzt, berichtet Ulrike Meinhold, Koordinatorin der "Blickpunkt Auge"-Aktionen in Sachsen. Das Infomobil ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Zentralbücherei für Blinde und ihres Fördervereins sowie des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen. "Wir informieren über die Beratungsangebote, die Betroffene mit beginnender Sehbehinderung oder Augenerkrankung in Anspruch nehmen können", erläutert Ulrike Meinhold. "Wir geben den Leuten einen Überblick zu Leistungen und Angeboten von Behörden, Kassen und Ämtern", so die gelernte Optikerin weiter.

"Wir sind in ganz Sachsen unterwegs", sagt Liane Völlger. Da es in den größeren Städten bereits viele Beratungsmöglichkeiten gebe, fahre das Beratungsmobil die kleineren Städte an. Die Anzahl der Hilfesuchenden sei immer verschieden. Mal halte sie sich in Grenzen - wie gestern in Zschopau -, woanders sei der Andrang dann wieder recht groß. "Wie zuletzt in Sebnitz, als 16 Leute zum Beratungsgespräch zu uns kamen", so die Leipzigerin weiter. In den nächsten Tagen hält das Infomobil unter anderem in Bad Lausick, Wurzen und Lichtenstein.

In Marienberg hat der Blinden- und Sehbehindertenverband eine feste "Blickpunkt Auge"-Beratungsstation eingerichtet. Sigried Asch steht dort jeden zweiten Montag im Monat von 13 bis 15 Uhr als Ansprechpartnerin zur Verfügung. "Viele Menschen trauen sich nicht, sich mit ihren Augenerkrankungen an den Blinden- und Sehbehindertenverband zu wenden", so Sigried Asch. Ihr wichtigster Rat bei zu vermutenden oder sich anbahnenden Augenkrankheiten ist in jedem Fall der Gang zum Augenarzt. Den kann "Blickpunkt Auge" keineswegs ersetzen. Allerdings hat die Organisation bei den vielen verschiedenen Diagnosen Möglichkeiten zur Beratung.

Liane Völlger und Ulrike Meinhold konnten gestern in Zschopau auch praktische Hilfe leisten. "Die Frau, die bei uns gewesen ist, war letztes Jahr schon da. Sie hatte uns damals erzählt, dass sie beim Nähen große Mühe habe, den Faden durchs Nadelöhr zu ziehen. Wie rieten ihr daraufhin zu einem automatischen Nadeleinfädler. Den hatte sie gestern dabei. Wir haben ihr gezeigt, wie er funktioniert." (mit jag)

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