Nepallauf: Schüler zeigen vollen Einsatz

Bei der Spendenaktion des Olbernhauer Gymnasiums wurde Geld für einen Schulbau gesammelt. Das bringt sogar altgediente Lehrer auf die Tartanbahn.

Olbernhau.

Laut und lustig ist es am Freitag auf dem Sportkomplex an der Olbernhauer Thomas-Mann-Straße zugegangen. Aus den Musikboxen dröhnte Hip-Hop und Punkrock; vom Seitenrand schallten Anfeuerungsrufe den Läufern entgegen, die auf der Tartanbahn ihre Runden drehten.

Doch es waren nicht die guten Noten, für die die Schülerinnen und Schüler des Olbernhauer Gymnasiums an diesem Tag schwitzten. Stattdessen stand der gute Zweck im Vordergrund: Auch bei der zweiten Auflage des Nepallaufs wurde mit jeder absolvierten Runde ein Spendenbetrag eingeworben. Das Geld soll an die Schülerfirma Namaste Nepal des Freiberger Geschwister-Scholl-Gynasiums gehen. Die Initiative unterstützt seit 2005 den Schulbau in dem gleichnamigen zentralasiatischen Land.

Bei den Schülern kam die Aktion offenbar gut an. "Dass wir zur Verbesserung der Bildung in Nepal beitragen können, finde ich toll. Es ist alles super geplant", sagte Leonie Prezewowsky. Ihre Marke von elf Runden bei der ersten Auflage 2018 wollte die Neuntklässlerin in diesem Jahr übertreffen: "Mal schauen, was drin ist." Ähnlich sah es Marlene Größner: "Coole Aktion, cooler Anlass." Fünf Runden, also 2000 Meter, hatte die Zehntklässlerin absolviert. Damit den Läufern weder Kraft noch Puste ausgingen, sorgte der Förderverein des Gymnasiums mit Wiener Würstchen im Brötchen für die entsprechende Versorgung.

Doch es waren nicht nur die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums, die Einsatz zeigten. Als über die Lautsprecher die Nachricht verbreitet wurde, dass auch Georg Schrode für einige Runden auf der Bahn an den Start geht, brandete Applaus auf der Tribüne auf. Der Lateinlehrer wurde von den Schülern gefeiert und stand den jüngeren Kollegen sportlich in nichts nach. Neben Sportlehrer Mathias Wagner, der die Aktion koordinierte, waren sämtliche Lehrkräfte vor Ort und liefen mit. Auch Eltern und externe Läufer wagten sich auf die Bahn.

Unterstützt wurde die Aktion laut Uwe Harzer von über 400 Sponsoren. "Die meisten sind Eltern und Angehörige der Schüler. Vom Metallunternehmen aus Olbernhau über Seiffener Holzkunsthersteller beteiligen sich auch zahlreiche regionale Unternehmen als Unterstützer", so der kommissarische Leiter des Olbernhauer Gymnasiums. Und Sportlehrer Mathias Wagner ergänzte: "Es gibt sogar Schüler, die sich gegenseitig sponsern." Die Resonanz sei insgesamt genauso groß wie zur ersten Auflage vor einem Jahr.

Der Nepallauf ist mittlerweile an mehreren Schulen ein angesagtes Event und aus der Initiative Freiberger Schülerinnen und Schüler somit ein Netzwerk geworden. Von dem seit 2005 eingeworbenen Spendengeld konnten bisher sieben Schulen mit Platz für insgesamt 900 Schüler in Nepal gebaut werden. "Die Förderung der Bildung ist das Hauptanliegen der Initiative. Besonders nepalesische Mädchen und junge Frauen sollen so in die Lage versetzt werden, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können", erklärte Projektleiter Steffen Judersleben am Freitag vor Ort. Als nächster Schritt ist nun vorgesehen, in Unterrichtsmaterial und die Ausstattung der Einrichtungen zu investieren.

Dafür soll auch das Geld aus Olbernhau Verwendung finden. Gegen 16 Uhr stand das vorläufige Endergebnis fest. "Rund 11.600 Euro sind zusammengekommen, das ist gewaltig", so Uwe Harzer. Damit am Ende der Aktion diese Summe stehen konnte, mussten insgesamt 5700 Runden absolviert werden. Das anspricht einer Strecke von rund 2300 Kilometern - oder der Distanz zwischen Köln und Moskau. 101 Runden konnte allein Lennart Weitzmann für sich verbuchen. Der Achtklässler lief seinen Klassenkameraden buchstäblich davon und war sogar erfolgreicher als Andy Scholz. Der Topläufer unter den teilnehmenden Eltern brachte es auf glatte 100 Runden.

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