Neue Kantorin will Heimat treu bleiben - und kann es auch

Claudia Eckhardt ist in ihr Amt in Olbernhau eingeführt worden. Ihr erstes Projekt: Sie will einen Jugendchor gründen.

Olbernhau.

Fünf Kirchen und eine Kapelle, ein lebendiges Gemeindeleben, die günstige Lage zu ihrer Heimat Seiffen - das alles wird am Ende eine Rolle gespielt haben, als sich Claudia Eckhardt 2018 dazu entschloss, sich für die frei werdende Kantorenstelle des evangelisch-lutherischen Kirchspiels Olbernhau zu bewerben. Aber da war noch etwas anderes. "In den Gesprächen mit den Pfarrern sowie mit den Kirchvorstehern habe ich die Offenheit für gemeinsame Wege gefunden, die ich gesucht habe", sagt die 49-Jährige. Dieser Eindruck hat offenbar auf Gegenseitigkeit beruht.

Nachdem sie ihren Dienst schon am 16. Januar angetreten hat, wurde Claudia Eckhardt nun in der Olbernhauer Kirche bei einem Festgottesdienst, den mehr als 200 Menschen besuchten, in ihr neues Amt eingeführt. "Musik begleitet mich schon seit frühesten Kindertagen. Auch, weil mein Vater Kantor in Deutscheinsiedel war", sagt die neue Olbernhauer Kantorin, die ab der dritten Klasse zunächst das Geigenspiel erlernte und die mit vier Schwestern aufwuchs. Später kamen noch andere Instrumente hinzu, ab der zehnten Klasse zum Beispiel Klavier.

Trotz aller Musikalität entschied sie sich nach dem Schulabschluss zunächst, einen handwerklichen Beruf zu erlernen. "Was liegt in Seiffen näher als Holzspielzeugmacher", sagt Claudia Eckhardt schmunzelnd. Nach erfolgreichem Lehrabschluss und einem Jahr in der Holzkunstbranche entschloss sie sich dann 1988, einen zweiten - einen musikalischen - Werdegang zu beginnen und ein vierjähriges Kirchenmusikstudium in Dresden aufzunehmen. "Direkt nach dem Abschluss trat ich dann 1992 meine erste Stelle als Kantorin in Wolkenstein an", blickt Claudia Eckhardt zurück, die diese bis 1997 inne hatte. "Dann hatten Kinder und Familie Priorität", so die dreifache Mutter.

Seit 2015 hat sie ihren Lebensmittelpunkt wieder in Seiffen, wo sie bis zum vergangenen Jahr gemeinsam mit dem dortigen Kantor den kirchenmusikalischen Bereich abdeckte. Eine Bewerbung auf dessen Stelle, nachdem dieser aus Seiffen wegzog, war allerdings nicht erfolgreich. "Es hätte mich schon gefreut. Ich war beziehungsweise bin aber nicht traurig, dass es in Seiffen nicht geklappt hat", so Claudia Eckhardt, die wegen ihrer Verbundenheit zur Region auch nur dort leben und arbeiten wollte.

Die frei werdende Stelle in Olbernhau war da sozusagen ein Glücksfall für sie. Auch deshalb, weil sie in der Gemeinde unter anderem einen Chor, Posaunenchöre und auch Kurrenden mit vielen engagierten Mitwirkenden vorfand. Sie ist sich freilich auch bewusst, dass sie an den Fußstapfen ihres Vorgängers Armin Winkler, der 39 Jahre Kantor in Olbernhau war, gemessen wird. Sie schätzt den Kollegen und freut sich, dass er ihr stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Und doch: "Ich werde meine eigenen Wege gehen und selbst Spuren hinterlassen", sagt Claudia Eckhardt selbstbewusst. Ein erster Schritt dazu könnte ein Jugendchor sein, den sie im Mai ins Leben rufen möchte. "Wer sich für die Kurrende zu alt und für den Kirchenchor zu jung fühlt, ist da genau richtig", lädt die Kantorin zum Mitsingen ein.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...