OB erhält Post von Konzern in Milwaukee

Harley-Davidson-Manager würdigt Tradition des Zschopauer Motorradbaus

Zschopau/Milwaukee.

Obgleich der US-Motorradbauer Harley-Davidson momentan kein Interesse bekundet, in Deutschland ein neues Werk zu eröffnen, so hat Oberbürgermeister Arne Sigmund mit seiner Briefwerbung für den Produktionsstandort Zschopau zumindest Aufmerksamkeit bekommen. Eine Woche, nachdem er Harley-Davidson-Chef Matthew Levatich und weitere Vorstandsmitglieder angeschrieben hatte, flatterte von der europäischen Tochtergesellschaft mit Sitz in Oxford eine erste Antwort ins Haus. Vor wenigen Tagen folgte nun ein weiterer Brief direkt aus der Konzernzentrale in Milwaukee.

"Die Geschichte der Motorradproduktion in Zschopau ist wirklich beeindruckend", schreibt Don Gogan. Er habe sich im Internet über das Traditionsunternehmen, in dem die legendäre Zweitaktmaschine RT 125 entwickelt wurde, informiert, fügt der Mitarbeiter der Führungsetage an. Zugleich weist er wie im ersten Schreiben auf die Unternehmensstrategie hin, zunächst im Ausland bestehende Werke zur Versorgung des EU-Marktes zu nutzen. "Sollten sich unsere Pläne ändern, können wir Ihr Angebot erneut prüfen", endet Gogan mit einer Höflichkeitsfloskel. Oberbürgermeister Sigmund ist trotzdem angetan: "Ich habe mich sehr über den persönlichen Bezug gefreut. Herr Gogan hat die Webseite unserer Stadt besucht und sich über die Region informiert."

In der Unternehmensgeschichte von Harley-Davidson gibt es durchaus Parallelen zur einstigen DKW-Produktion in Zschopau: Bevor der US-Produzent auf Viertaktmotoren umsattelte, hatte er nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Produktion einer Einzylinder-Maschine mit Zweitaktmotor auf Basis der RT 125 begonnen.

Ausgangspunkt für Sigmunds Briefe an die Vorstandsmitglieder von Harley-Davidson war die Ankündigung von Strafzöllen der Europäischen Union als Reaktion auf eine Initiative von US-Präsident Donald Trump. Der amerikanische Motorradbauer gab daraufhin bekannt, für den EU-Markt künftig mehr im Ausland produzieren zu wollen. Neben Zschopau hatte auch die Wirtschaftsförderung Berlin Partner um die Ansiedlung von Harley-Davidson geworben.

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