Oberschüler schaffen grüne Oase für heimische Insekten

Neunt- und Zehntklässler der Marienberger Trebra-Oberschule arbeiten gemeinsam mit den Stadtwerken und Gärtnermeister Steffen Schulz an einem Blühwiesenprojekt mitten im Wohngebiet. Nicht nur die Tiere sollen sich dort wohlfühlen.

Marienberg.

Der Rückgang vieler Vogel- und Insektenarten hat auch Schüler der Marienberger Trebra-Oberschule dazu veranlasst, sich stärker dem Umweltschutz zu widmen. Deshalb wurde zu Beginn des Schuljahres ein sogenanntes Ganztagsangebot "Gärtnern und Gestalten" ins Leben gerufen.

Aus der Idee, dass die Schüler ein Insektenhotel bauen und es anschließend auf einer der Bildungseinrichtung gegenüberliegenden Wiese mitten im Wohngebiet aufstellen, wurde während eines Treffens mit dem Eigentümer der Grünfläche aber viel mehr. Nachdem sich die Schulleitung mit dem Besitzer, den Stadtwerken Marienberger, in Verbindung gesetzt hatte, kam es zu einer gemeinsamen Zusammenkunft mit den Schülern.

"Wir waren vom Enthusiasmus der Schüler begeistert und haben die Idee mit ihnen zu einem Landschaftsbauprojekt weiterentwickelt", erklärt Stadtwerkesprecher Stephan Baier. Demnach soll die derzeitige Wiese in eine natürliche Blühwiese verwandelt werden, die heimischen Insekten einen ökologischen und artgerechten Lebensraum bieten wird. Das geplante Insektenhotel wird Bestandteil der Blühwiese und die Ansiedlung der Lebewesen begünstigen.

"Zudem wollen wir inmitten der Wiese eine kreisförmig gestaltete Ruhe- und Erholungszone entstehen lassen, die von Sträuchern umrahmt ist und Schülern sowie Anwohnern zur Verfügung steht", ergänzt Lehrerin Simone Lupaschko. Sie leitet das Ganztagesangebot. Gemeinsam mit acht Neun- und Zehnklässlern hat sie bereits einen detaillierten Entwurf für das Areal erarbeitet. "Wir haben das Projekt auf Langfristigkeit angelegt", beschreibt Schülerin Melina Gartmann die Planung, die in einem ersten Schritt die für die Anlage erforderlichen Vorarbeiten samt Erstbepflanzung der Ruhe- und Erholungszone vorsieht.

Um bei der Auswahl der Sträucher keinen Fehlgriff zu machen, haben die Schüler mit Gärtnermeister Steffen Schulz einen Fachmann einbezogen. Ihn besuchten die Schüler in seinem Lengefelder Betrieb, um mit ihm eine Auswahl für die Bepflanzung zu treffen.

Neben Weißdorn-, Schlehen- und Haselnusssträuchern kann auch Weide und Sommerflieder gepflanzt werden, damit Insekten ganzjährig Blüten vorfinden. "Das Anpflanzen sollte im Herbst passieren", empfiehlt der Gartenexperte im Hinblick auf die zum Anwachsen benötigte Feuchtigkeit, die im Herbst beziehungsweise Winter vermutlich in ausreichender Form vorhanden sein wird.

Damit die ersten Sträucher in die Erde können, wollen die Schüler nun zunächst die Kreisfläche für die Ruhezone in der Mitte des zur Verfügung stehenden Areals abstecken. "Wenn die Sträucher gesetzt sind, kann auf der umliegenden Fläche der Samen für die Blühwiese in die Erde", erklärt Steffen Schulz. Bis zum März kommenden Jahres werden die Schüler dann neben Bänken für das Areal auch zwei Insektenhotels bauen.

Alles zusammen soll im Frühjahr 2021 aufgestellt werden - zusammen mit Barfuß- und Baumstumpf-Pfad. "Wir werden neben den Pflanzen auch das Baumaterial zur Verfügung stellen und den Schülern bei Bedarf mit Personal und Technik zur Seite stehen", freut sich Stephan Baier über das Entstehen der grünen Oase, deren Pflege - mit Unterstützung der Stadtwerke - in Obhut der Schüler bleiben wird.

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