Olbernhau schießt Planung vor

Die Staatsstraße zwischen Blumenau und Pockau ist eine Holperpiste. Für die Sanierung fehlen die Mittel, doch für einen Teil gibt es jetzt zumindest einen Plan.

Olbernhau/Pockau.

Ramona Seiffert ist sauer. Die Pockauerin muss jeden Tag mit ihrem Auto nach Olbernhau zur Arbeit. Doch die Strecke entlang der Staatsstraße 223 ist eine voller Schlaglöcher. Wann die baufällige Straße grunderneuert werde, konnte ihr bisher niemand beantworten, die "Freie Presse" hat deshalb nachgefragt.

Der Zustand der Staatsstraße ist im Olbernhauer Rathaus bekannt. Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP) sei deshalb persönlich im Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) gewesen. "Dort haben wir, auch mit etwas Krawall, einen ersten Kompromiss ausgehandelt", erklärte Haustein am Rande der jüngsten Stadtratssitzung. Da dem Lasuv bisher keine entsprechenden Mittel vom sächsischen Verkehrsministerium zugeteilt wurden, habe sich die Stadt bereit erklärt, die Planungen für den innerstädtischen Ausbau der S 223 zu übernehmen.


Ein Ausbau der kompletten Strecke zwischen Blumenau und Pockau sei allein deshalb nicht möglich, da die S 223 aktuell als Umleitung für die gesperrte Talstraße zwischen Pockau und der Kniebreche fungiert, teilte das Lasuv auf Anfrage mit. Allerdings bestätigte die Behörde, dass für die Erneuerung der Staatsstraße eine Planungs-, Bau- und Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt Olbernhau abgeschlossen worden sei. Diese umfasse den Abschnitt der Ortsdurchfahrt Blumenau vom Bahnhof bis zum Ortseingang Olbernhau. Laut einer Lasuv-Sprecherin seien eine Verbreiterung der Fahrbahn sowie die Erneuerung von Stützmauern einschließlich der Entwässerung geplant. Zum konkreten Baustart hält sich allerdings auch das Lasuv bedeckt: "Zu den Kosten können derzeit noch keine Angaben gemacht werden, ebenso wie zum Bauzeitraum."

Die fehlenden Mittel zur Sanierung von Kreis- und Staatsstraßen hatten zuletzt für heftige Kritik am sächsischen Wirtschaftsministerium (SMWA) gesorgt. Zwar hatte das SMWA die Mittel zum Erhalt der Staatsstraßen im Vorjahr von rund 54 Millionen auf jährlich 66,5 Millionen Euro aufgestockt. Dennoch beklagen mehrere Gemeindeoberhäupter, darunter die Bürgermeister von Seiffen, Neuhausen und Olbernhau ausbleibende Förderbescheide sowie eine lange Bearbeitungszeit der Anträge.

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