Olbernhauer Gymnasium bildet erstmals keine drei fünfte Klassen

Die meisten Oberschulen in der Marienberger Region stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Und nicht überall können alle Elternwünsche berücksichtigt werden.

Marienberg.

Bis Anfang März hatten Eltern Zeit, ihre Kinder für die weiterführenden Schulen anzumelden. Inzwischen haben die Bildungseinrichtungen die Bescheide verschickt, wo die Kinder künftig unterrichtet werden. Nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung.

Gymnasien: Das Gymnasium Marienberg werden nach Angaben des amtierenden Schulleiters Enrico Huth 91 neue Fünftklässler besuchen. Alle Schüler, die sich angemeldet haben, seien aufgenommen worden. Somit gebe es im Schuljahr 2019/20 wieder vier fünfte Klassen. Am Zschopauer Gymnasium lernen künftig 79 Mädchen und Jungen in drei fünften Klassen. Zu den 75 Anmeldungen, die laut Landesamt zum 12. März vorlagen, kamen noch vier "umgelenkte" Schüler hinzu. "Mit 79 Fünfern liegen wir im Schnitt der vergangenen Jahre", sagt der stellvertretende Leiter Heiko Uhlig. In Olbernhau reichten die Anmeldezahlen fürs Gymnasium seit einigen Jahren erstmals nicht für eine dreizügige Klassenstufe fünf. Mit 54 neuen Schülern können nur zwei fünfte Klassen gebildet werden. "Ein paar mehr hätten es sein können", sagt Schulleiterin Verona Fuchs. Nach Gesprächen mit Kollegen in den Grundschulen sei das aber zu erwarten gewesen. So habe es bedingt durch den Geburtenrückgang weniger Viertklässler als in den Vorjahren gegeben, die Anzahl der Schüler mit einer Bildungsempfehlung fürs Gymnasium sei geringer gewesen.


Marienberg: Keine Ablehnungen hat es an der Heinrich-von-Trebra-Oberschule in Marienberg gegeben. Jedoch werden mit 67 Jungen und Mädchen weniger Kinder aufgenommen als im Vorjahr. "Da waren es mehr als 80", sagt der geschäftsführende Schulleiter Uwe Reuther. So gebe es im nächsten Schuljahr nur drei statt vier fünfte Klassen.

Großrückerswalde: An der Evangelischen Oberschule in Großrückerswalde kann nicht dem Wunsch aller Eltern entsprochen werden. Die Freie Bildungseinrichtung nimmt zum kommenden Schuljahr 52 neue Kinder auf, zwei fünfte Klassen werden gebildet. "Mehr geht nicht", erklärt Leiterin Claudia-Morena Golla. Sechs Kinder mussten deshalb abgelehnt werden. Allerdings waren dafür diesmal keine Auswahlkriterien notwendig. Der Stichtag für die Anmeldung sei in die Ferien vorverlegt worden, damit Eltern noch genügend Zeit haben, ihr Kind an einer anderen Schule anzumelden, erläutert Golla. Die Anmeldungen für die sechs abgelehnten Jungen und Mädchen seien nach dem Stichtag eingegangen.

Lengefeld: 48 Anmeldungen liegen in der Oberschule Lengefeld vor. Bei zwei Kindern ist noch offen, ob sie die fünften Klassen wiederholen müssen. Zwei Klassen werden gebildet. "Wir sind zufrieden", sagt Schulleiter Bernd Kaden. Zwar seien es 2018 mehr Kinder gewesen, jedoch gebe es schon jetzt Platzprobleme. Die Stadt reagiert. Ein Anbau für drei bis vier Millionen Euro soll entstehen.

Olbernhau: An ihre Kapazitätsgrenze stößt auch die Oberschule Olbernhau. Sie steuert auf eine durchgängige Vierzügigkeit zu, wie Leiter Uwe Klaffenbach sagt. 99 Mädchen und Jungen wurden für das neue Schuljahr angemeldet, unter ihnen drei Wiederholer. Im Vorjahr lagen 100 Anmeldungen vor. Seit 2011 seien die Zahlen entsprechend hoch, sagt Klaffenbach. Die Stadt prüft, wie sich weiterer Platz schaffen lässt. Unter anderem ist ein Ausbau des Dachgeschosses im Gespräch. Zwei bis drei zusätzliche Klassenräume werden benötigt.

Zschopau: In den beiden Zschopauer Oberschulen werden nach jetzigem Planungsstand des Landesamtes jeweils 84 Mädchen und Jungen eingeschult. Während in der August-Bebel-Schule schon in den zurückliegenden Jahren dreizügig unterrichtet wurde, bekommt die Martin-Andersen-Nexö-Schule erstmals wieder drei fünfte Klassen. Dafür waren erneut Umlenkungsgespräche nötig. Nach Anmeldeschluss im März waren 94 Fünftklässler für die Bebel-Schule gemeldet, für die Nexö-Schule 67. An der Nexö-Schule werden in Vorbereitungsklassen mit Schwerpunkt Deutsch als Zweitsprache Flüchtlingskinder aus dem Erzgebirgskreis unterrichtet.


Gewichtungszuschlag

Die Angaben des Landesamtes für Schule und Bildung hinsichtlich der Schülerzahlen in den einzelnen Klassen beinhalten teilweise einen sogenannten Gewichtungszuschlag für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (Inklusion). Zum Beispiel könnten zwei Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf jeweils mit 1,5 gezählt werden, womit die genannte Schülerzahl um eins nach oben von der tatsächlichen Anzahl der Personen abweichen würde. (mik)

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