Olbernhauer Wanderleiter führt auf einer Lieblingsstrecke

Das Anwandern auf dem Kammweg steht bevor. Erhard König hat schon eine Tour vorbereitet - zu Fuß und am Computer.

Olbernhau.

Erhard König hat die Route fürs Anwandern am Kammweg längst ausgetüftelt. Am kommenden Montag führt der Wanderleiter eine Gruppe auf einer seiner Lieblingsstrecken. Der Stößerfelsen, der hoch über dem Natzschungtal thront, das Natzschungtal selbst, eine Stippvisite auf tschechischem Gebiet sind genauso im Programm enthalten wie der Kammweg, die Friedenstanne und der Olbernhauer Ortsteil Dörfel.

Diese rund 20 Kilometer lange Strecke kennt der 78-jährige Wanderleiter aus dem "ff". Trotzdem bereitet er sie zuhause mit Hilfe seiner Karten und des Computers noch einmal akribisch vor und läuft sie vorher ab. "Das Anwandern ist ein Höhepunkt im touristischen Leben unserer Stadt, und ich gehe immer auf Nummer sicher. Schließlich kann ein Waldweg wegen Baumfällarbeiten gesperrt sein", sagt der Senior, der zu den sechs Teilnehmern der Olbernhauer Wandergruppe gehört, die das Anwandern und Anradeln als Wanderleiter am 1. Mai unterstützen.

Seit acht Jahren schnürt Erhard König regelmäßig die Wanderschuhe. Für den Olbernhauer Tourismusverein ist er an jedem letzten Sonntag im Monat unterwegs - allein oder mit seiner Frau dagegen fast täglich. "Ich bin schon seit vielen Jahren zuckerkrank, und meine Hausärztin sagte zu mir, der Zucker müsse verbrannt werden. Außerdem wollte ich nach meinem Berufsleben nicht in ein tiefes Loch fallen", berichtet der Olbernhauer. Wasser, Traubenzucker und Vitaminriegel seien unterwegs seine "Helfer".

Täglich läuft er acht bis zehn Kilometer. Rund um Olbernhau und im Hassberggebiet in der Tschechischen Republik kennt er fast jeden Baum und Strauch. Letztere Region gehört zu seinen Lieblingswandergebieten. Jedes Mal gebe es etwas Neues zu sehen. Wenn es auch nur eine Blume, ein besonderer Baum oder Strauch sei, dem er vorher keine Beachtung geschenkt hätte.

Am liebsten laufe er in der Gruppe. Die Kommunikation untereinander sei wichtig. Jeder hätte ständig etwas Neues zu berichten. Die Menschen seien sehr offen. Geschichten lerne er nicht nur aus dem Erzgebirge kennen. Schließlich kämen die Teilnehmer seiner monatlichen Wanderung unter anderem aus Plauen, Zschopau und Freiberg. Bis zum vergangenen Jahr war seine Frau ständig an seiner Seite, doch aus gesundheitlichen Gründen kann sie ihn nicht mehr beglei- ten.

Gerade die tschechische Seite des Erzgebirges werde bei den Teilnehmern immer beliebter. So führte Erhard König seine Wanderfreunde zur Talsperre Fly, nach Lesna, zur Talsperre Jachov und zu den Spitzbergen bei der Preßnitztalsperre. Dabei sei ein Abstecher in die urigen böhmischen Kneipen besonders beliebt.

Einmal im Jahr ging es für ihn und seine Frau in die Tiroler Alpen. "Ich liebe meine Heimat, doch in rund 2000 Metern Höhe zu wandern, ist schon etwas Besonderes. Einmal habe ich mich einmal dort verlaufen. Deshalb legte ich mir ein GPS-Gerät zu", erzählt König. Sein Zuckerspiegel habe sich übrigens in all den Jahren ohne Tabletten auf einen Normalwert eingepegelt.

Doch neben dem Anwandern warten auf den Olbernhauer schon die nächsten Aufgaben. Im Katalog eines Kölner Reiseveranstalters sind Wanderungen für das Erzgebirge ausgeschrieben, und die Olbernhauer Wanderleiter erwarten in den nächsten Wochen ihre Wanderfreunde vom Rhein.


Drei Wandertouren und eine Radtour zur Auswahl

Der Tourismusverein Olbernhau hat das Anwandern am 1. Mai organisiert. Folgende Touren stehen zur Auswahl:

Lange Kammwegtour: Start 8 Uhr an der Saigerhütte. Es geht nach Dörfel zur Lochmühle und auf dem Kammweg durchs Natzschungthal zur Saigerhütte. Länge: 20,4 Kilometer.

Kammwegtour: Treffpunkt 9.30 Uhr an der Olbernhauer Saigerhütte, weiter mit dem Bus zum Startpunkt. Start 10 Uhr am Fortuna-Stolln in Deutschkatharinaberg. Es geht nach Oberlochmühle, vorbei an der Wanderkapelle zum Sachsenweg und weiter auf dem Kammweg zur Olbernhauer Saigerhütte. Länge: 13,3 Kilometer.

Geocaching- und Familientour: Start 10 Uhr in der Saigerhütte. Die Tour führt auf dem Kammweg zur Kirche Oberneuschönberg und weiter bis zur Kreuzung "Hand". Über den Kalten Kober geht es zurück zur Saiger-hütte. Dabei werden Geocaches gesucht. Die Tour ist auch für Kinderwagen geeignet. Länge: 5,9 Kilometer.

Radtour "Grünes Reiterlein": Start 9 Uhr an der Saigerhütte. Es geht nach Blumenau und Reuckersdorf über Hutha und erweitert zur Kreuzung "Hand" nach Heidersdorf, Seiffen und über Brandau zur Saigerhütte. Länge: 40,9 Kilometer.

Ab 12 Uhr werden die Wanderer und Radler an der Saigerhütte erwartet und zu einem Wanderfest eingeladen. Die musikalische Umrahmung übernimmt Heiner Stephani mit seiner Hauskapelle. Gegen 14 Uhr werden unter allen Teilnehmern kleine Preise verlost. Für die Teilnahme an den geführten Touren wird eine Startgebühr in Höhe von 2 Euro/Person erhoben. Für Kinder bis 16 Jahren ist die Teilnahme kostenlos. www.olbernhau.de/wanden

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