Opernwagen wird in Marienberg behandelt

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Packmeister per Tieflader in RVE-Werkstatt transportiert

HEROLD/Marienberg.

Es ist eine nicht alltägliche Aktion gewesen, die Aufsehen erregte. Und für die Mitstreiter der IG Schmalspurbahn Thumer Netz war sie ein wichtiger Schritt bei der Fertigstellung ihres "Opernwagens". Kürzlich wurde der Wagenkasten per Kran auf einen Tieflader gehievt und anschließend in die RVE-Bahnwerkstatt nach Marienberg transportiert. "Der Rohbau ist fertig. Nun erhält der Wagen in der Werkstatt eine Behandlung mitsamt Schweißbahn für das Dach und die Blechbeplankung. Er wird grundiert und lackiert", berichtet der Vereinsvorsitzende Markus Nestler. Wann der Wagenkasten wieder in Herold eintrifft, ist noch ungewiss. In jedem Fall wird er dann auf die bereits fertig gestellten Radsätze aufgesetzt und auf dem 25 Meter langen Gleisstück auf dem ehemaligen Bahnhof seinen Platz einnehmen.

2011 hat der rund 30 Mitglieder zählende Verein den Wagen von der Sächsischen Dampfeisenbahn-Gesellschaft gekauft. Die Mitstreiter haben den im Bahnhof Cranzahl dahinsiechenden Packmeister aus dem Dornröschenschlaf geholt. Wohl bewusst der Tatsache, dass ihnen diese Wiederbelebung viel Mühe bereiten wird. Sämtliche Baugruppen waren reparatur- und erneuerungsbedürftig. Und nicht nur das: Über 65.000 Euro an Kosten kommen für den kompletten Aufbau des Wagens zusammen. Dabei wird das Projekt mit 40.000 Euro aus der Leaderförderung bezuschusst. Großzügige Unterstützung komme von der Sparkassenstiftung, Sponsoren seien weiterhin gesucht. "Durch den coronabedingten Wegfall von Veranstaltungen fehlt uns Geld für die Zwischenfinanzierung", sagt Schatzmeister René Dippmann. Die Eisenbahnenthusiasten berichten von zahlreichen Stunden, die sie bisher in den Oldtimer investiert haben. Unter anderem sind die Holzteile erneuert, Auftritte installiert und neuer Fußboden verlegt worden. Ebenso haben sie alle notwendigen Leitungen neu installiert.

Im Packmeister soll ein Museum eingerichtet werden. Dabei handelt es sich im Übrigen sich um kein gewöhnliches Fahrzeug. 1974 avancierte der Wagen zum Filmstar. Damals verfilmte das DDR-Fernsehen in Jahnsbach und an den Greifensteinen die Räuberoper "Frau Diavolo". Dabei musste der Wagen auch einige Zugüberfälle über sich ergehen lassen. (lomü)

Spendenkonto IBAN DE 7987054000 3454000644 Erzgebirgssparkasse, Verwendungszweck: Packwagen

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