Orientalische Pyramide birgt noch viele Geheimnisse

Aus dem oberen Erzgebirge stammt das gute Stück, das im Gelenauer Depot zu sehen ist. Viel mehr ist jedoch nicht bekannt.

Gelenau.

Mit einer Leihgabe bereichert Bernd Eckner die Weihnachtsausstellung im Gelenauer Depot Pohl-Ströher. Der Gornsdorfer stellt eine orientalische Pyramide aus, die einen passenden Platz neben dem Weihnachtsberg aus dem Morgenland gefunden hat. Der 1,40 Meter hohe Weihnachtsschmuck besteht aus drei Etagen und erzählt die Geschichte von Jesu Geburt.

Bei Josef, Maria und dem Christkind in der Krippe, den Heiligen drei Königen, den Hirten und ihrer Herde sowie den Engeln im oberen Teil der Pyramide handelt es sich um Marolinfiguren, wie sie heute noch im thüringischen Steinach hergestellt werden. Im Gegensatz zu im Erzgebirge bekannten Massefiguren bildet der in der Region vorkommende Quarzsand im Gemisch mit Leim den Hauptbestandteil. Das orientalisch nachgestaltete Mauergestein entpuppt sich als meisterhafte Schnitzarbeit. "Mein Vater Kurt hatte dienstlich im oberen Erzgebirge zu tun und brachte das gute Stück Anfang der 1950er-Jahre mit", erinnert sich der 75-Jährige. "Nach seinem Tod ging sie in meinen Besitz über." Die mit Tapete beklebten Pappflügel und die bunt bemalten Zwischenböden wurden später durch Furnierholz ersetzt.

Seitdem dreht sich die orientalische Rarität im Wohnzimmer der Eckners. "Anfangs erledigte das ein Uhrwerk, das später durch einen Elektromotor ersetzt wurde", so der Leihgeber. Beide Antriebe waren störanfällig und zwangen Bernd Eckner zum Handeln. "Wir wollten kein Weihnachtsfest auf unser Schmuckstück verzichten". In Thalheim fand er eine Weihnachts-Werkstatt, die sich der Elektrik annahm, Lichtleitungen erneuerte und einen modernen Antrieb im Sockel versteckte. Die dreiteilige Pyramide wurde zu einem Teil verleimt.

Seit die Pyramide in der Weihnachtszeit die gute Stube von Bernd Eckner schmückt, beschäftigen ihn Fragen: "Woher hat mein Vater die Pyramide, wer könnte der Erbauer sein, und handelt es sich um ein Unikat oder um eine ganze Baureihe?" Nach der Ausstellung hofft er auf Antworten. "Die Schau wird von vielen Leuten besucht. Vielleicht kann mir ein Besucher helfen."

Informationen zur Herkunft der orientalischen Pyramide nimmt die Depotleitung vor Ort, unter Ruf 037297 60 99 85 oder per E-Mail info@lopesa.de entgegen.

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