Osterausstellung im Bergmagazin zeigt nicht nur verzierte Eier

Die Schau in Marienberg präsentiert auch vielfältige Textilien und Passionskrippen. Bereitgestellt wurden die Exponate von einer Sammlerin, die zugleich viel Wissen mitbringt.

Marienberg.

Nur noch vier Wochen bis Ostern: Grund für die Museen der Region, ihre jeweiligen Sonderausstellungen nach und nach zu öffnen. Eine besondere Schau, die sich der österlichen Volkskunst auf der ganzen Welt widmet, ist ab heute im Bergmagazin Marienberg zu sehen. Die Exponate hat Marita Pesenecker aus Grimma zur Verfügung gestellt. Neben hunderten Ostereiern sind in der Ausstellung vielfältige Textilien mit österlichen Motiven sowie Krippen zu sehen.

Bei den Exponaten handelt es sich um keine Weihnachts-, sondern vielmehr um Osterkrippen. Sie werden auch als Passionskrippen bezeichnet. Während bei den von der Verkündigung der Geburt Jesu erzählenden Weihnachtskrippen die Fröhlichkeit überwiegt, zeigen Passionskrippen das tragische Ende der Lebensgeschichte Jesu, die erst mit der Auferstehung eine freudige Wendung erfährt. "Der Gedanke daran, die Passionszeit mit kunstvoll gestalteten Figuren darzustellen, mag manchem fremd erscheinen. Doch die sogenannte 'ernste Krippe' hat in verschiedenen Regionen, Ländern oder gar Kontinenten eine lange Tradition. Diese reicht bis in das 18. Jahrhundert zurück", weiß Marita Pesenecker zu berichten.

Die private Sammelleidenschaft der Leiterin des Kreismuseums Grimma begann vor rund 30 Jahren mit Weihnachtskrippen. Osterkrippen kamen im Laufe der Zeit dazu, ebenso Textilien wie Kissenplatten, Deckchen oder chinesische Seidenstickereien als Teil von Bekleidungen. Etwa 20 Jahre ist es her, als Marita Pesenecker mit dem Sammeln von Ostereiern begann. Neben dem Hühner-, Gänse- und Straußenei sind auch Werkstoffe wie Holz und Stein dafür verwendet und verziert worden.

Das Färben und Bemalen von Eiern sei in vielen Kulturen ein sehr alter Brauch, stehe das Ei doch als Symbol für die Entstehung des Lebens, sagt die Sammlerin. Die von ihr zusammengetragenen und in Marienberg zu sehenden Eier stammen daher aus der ganzen Welt: Neben kunstvoll verzierten Exemplaren aus Afrika, Asien, Deutschland, Indien oder Peru sind außerdem welche aus Polen, Rumänien, Russland, Tschechien, Ungarn und anderen Ländern zu bewundern. Eine Vielzahl der kleinen Kunstwerke hat Marita Pesenecker auf Ostermärkten in Deutschland, Tschechien und Polen erworben. Auch über ein Netzwerk, das sie sich über Jahrzehnte aufgebaut hat, bezieht sie immer wieder neue Stücke von gleichgesinnten Sammlern.

Die ukrainische Stadt Kolomyja, die als Zentrum der Pisanky gilt, hat Marita Pesenecker hingegen selbst bereist und viele Ostereier mitgebracht. "Pisanky sind reich verzierte Eier. Ein Brauch, der nahezu im gesamten Karpatenraum gepflegt wird", erklärt die Expertin, die sich auch selbst in verschiedenen Handwerkstechniken versucht und damit einige der zu sehenden Ostereier selbst angefertigt hat. Andere Ausstellungsstücke haben ihr Bekannte von Reisen mitgebracht, etwa aus Peru. "Ich bin selbst nicht gläubig, sondern sammle aus Interesse an internationaler Volkskunst. Das von den Menschen über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende entwickelte und von Generation zu Generation weitergegebene Handwerk begeistert mich", sagt Marita Pesenecker, die zum wiederholten Mal eine Osterausstellung in jeweils neuer Zusammenstellung ausgestaltet hat.

Die Sonderschau in Marienberg wird abgerundet von Schautafeln, auf denen Besucher viele Informationen zur Entstehung und Geschichte von Osterbräuchen erfahren. Zudem laden museumspädagogische Angebote ein, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. So kann etwa Osterschmuck gebastelt werden. Inspirationen dafür liefert die Sonderausstellung jedenfalls zuhauf.

Die Sonderausstellung "Volkskunst zu Ostern" im Bergmagazin Marienberg, Am Kaiserteich 3, ist bis zum 3. Mai 2020 zu sehen. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen jeweils von 10 bis 16 Uhr. Am Sonntag, 22. März, werden im Rahmen der Ausstellung ab 13.30 Uhr Osterkörbchen gebastelt; am Sonntag, 29. März ebenfalls ab 13.30 Uhr, Drahtvögel und Osterkarten sowie am 5. April ab 13.30 Uhr Pailetten-Ostereier sowie Osterkarten.


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