Plus-Bus kommt zum Fahrplanwechsel

Während in den Land-kreisen Mittelsachsen und Zwickau bereits die ersten Plus-Bus-Linien in Betrieb genommen wurden, zieht sich das Projekt im Erzgebirgskreis hin. Doch Ende des Jahres hält der Service auch hier Einzug.

Marienberg/Zschopau.

Noch nutzen viele Erzgebirger lieber ihr eigenes Auto. Doch es gibt in der Region schon einige "Verführungs-Angebote" des Öffentlichen Nahverkehrs, um ohne Fahrstress und lange Warterei schnell ans Ziel zu kommen. Jüngste Erfolgsstory: der Expressbus zwischen Aue und Chemnitz.

Eigentlich wollte der Erzgebirgskreis und sein Beförderungsunternehmen, die Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE), schon einiges mehr unter Dach und Fach gebracht haben. Unter den Projekten: die sogenannten Plus-Busse. Auf sechs Linien sollten sie die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs erhöhen. Der Vorteil von Plus-Bussen: Sie verkehren wochentags im Stundentakt - 15-mal am Tag. An Samstagen gibt es mindestens noch sechs Verbindungen, an Sonntagen vier. "Von der Anzahl der Fahrten her erfüllen wir schon jetzt auf den sechs vorgesehenen Strecken die Plus-Bus-Anforderungen", erläutert Lutz Zulauf, Leiter Verkehrsplanung bei der RVE. Doch damit habe man das Zertifikat noch nicht in der Tasche. "Plus-Bus bedeutet auch kurze Übergangszeiten zwischen Bahn und Bus", so RVE-Geschäftsführer Roland Richter. Und da sei man derzeit noch in der Feinabstimmung. Besondere harte Nuss: die Einbindung der Schulbusse. "Den Schülern muss ja noch genug Zeit bleiben, von der Haltestelle in die Schule zu kommen", erläutert Zulauf. Für den Schülerverkehr müssen deshalb Verstärkerbusse eingesetzt werden. "Das wiederum heißt, dass wir mehr Busse und Personal benötigen", so Richter.


Während in den Landkreisen Mittelsachsen und Zwickau seit dem vergangenen Wochenende bereits die ersten Plus-Busse rollen, sollen sie im Erzgebirgskreis erst mit dem Fahrplanwechsel im Dezember auf sechs Strecken verkehren. Dazu kommen weitere Angebote. So fährt der Expressbus von Chemnitz kommend alle zwei Stunden entweder nach Schneeberg oder nach Schwarzenberg ohne Umstieg weiter und von dort wieder zurück. Und am Wochenende steuert die Linie 415 auch Crottendorf an. Die Linie 411 wiederum fährt an Wochenenden von Chemnitz bis nach Oberwiesenthal.

Mit Ressourcen untermauert werde die Zielstellung unter anderem auch dadurch, dass noch bis Ende des Jahres 25 neue Fahrzeuge an die RVE ausgeliefert werden. "Mit diesen können wir nicht nur mehr Fahrten absichern, sondern auch weitere Zusatzleistungen erbringen", kommt Richter regelrecht ins Schwärmen. Denn alle neuen Busse seien von vornherein mit W-Lan ausgestattet. Damit wäre dann der halbe RVE-Fuhrpark - etwa 120 von 240 Bussen - internetfähig. "Ziel ist es, bis Ende 2020 alle Fahrzeuge diesbezüglich ausgestattet zu haben", so Richter.

Und da mittlerweile die Funklöcher immer weniger würden, könne man für zunehmend mehr Spaß beim Mitfahren sorgen. "Das freut vor allem junge Leute", so die neue RVE-Pressesprecherin und Marketingchefin Laura-Jane Fiedler. "Das Angebot wird sogar so gut angenommen, dass wir erst jüngst das Datenvolumen nach oben ,aufbohren' mussten", freut sich Richter.

Diese Strecken sind im Erzgebirgskreis von der RVE für das Plus-Bus-Angebot vorgesehen: Linie 207: Marienberg-Zschopau-Chemnitz; Linie 210: Annaberg-Chemnitz, Linie 415: Annaberg-Schwarzenberg-Aue, Linie 490: Annaberg-Marienberg-Olbernhau, Linie 383: Expressbus Aue-Chemnitz (alle zwei Stunden auch nach und von Schneeberg bzw. Schwarzenberg), Linie 342: Schwarzenberg-Zwönitz-Stollberg. Eingeführt werden sollen sie mit dem Fahrplanwechsel im Dezember.


Kommentar: Attraktive Angebote

Ja, ich bin autoverliebt. Doch manchmal ist's auch hinderlich, etwa wenn man mit der Truppe losziehen und auch mal einkehren will. Wie schön, wenn spätabends dann doch noch kostengünstig ein Bus fährt. Auf einigen Strecken geht da schon jetzt was. Mit den Plus-Bus-Offerten des RVE ab Dezember kommen zu den Fahrten bis in die Nacht hinein noch gute Umstiegsmöglichkeiten etwa in die Bahn hinzu. Da muss künftig keiner aus der Truppe mehr als Fahrer ausgeknobelt werden. Doch damit die Plus-Angebote nicht ins Minus fahren, sollten sie rege genutzt werden. Schließlich wollen doch alle einen guten Öffentlichen Nahverkehr.

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1Kommentare
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  • 0
    0
    fnor
    23.08.2019

    Die 207, welche früher bis Olbernhau fuhr, war schon kein schlechtes Angebot. Die stündliche Direktverbindung nach Chemnitz kann man gut nutzen. Mit dem Fahrplanwechsel muss man in Marienberg umsteigen. Ich habe die Linie viel genutzt, musste aber aufs Auto umsteigen, weil sie abends nicht mehr fährt und die Umstiegszeiten endlos sind. Der letzte Bus nach Chemnitz kommt schon 20 Uhr. Aber nur am Wochenende. Werktags endet dieser schon in Gornau. Dumm nur, dass Vereinssitzungen und andere Veranstaltungen oft erst 19 Uhr beginnen. Danach kommt kein Bus mehr. In Chemnitz wartet die 207 dann extra bis der Stadtwerkehr abgefahren ist. "Kein Platz an der Haltestelle" meint der RVE. 20 Minuten sinnlos auf den nächsten Bus warten, meine ich. Mein Auto fährt auch nach 20 Uhr, braucht 38 Minuten statt fast 2 Stunden. Die Plus-Busse sollten diese Lücken schließen und nicht durch mehr Umstige welche aufreißen. Wird das Angebot besser, fahren sicher wieder mehr mit dem Bus.



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