Pobershauer Bergfest lockt Tausende an

Gäste aus nah und fern sind zum Auftakt des 13.Bergfestes in das Dorf gekommen. Gemeinsam wurde der Welterbetitel gefeiert. Auch in Freiberg zog aus diesem Grund ein seltenes Zeremoniell viel Publikum an.

Pobershau/Freiberg.

Einer regelrechten Besucheransturm hat am Wochenende das Bergdorf Pobershau erlebt. Grund war das aller fünf Jahre stattfindende Bergfest, das in diesem Jahr seine 13. Auflage erfuhr und noch die gesamte Woche gefeiert wird.

Traditionell erwies sich der erste Sonntag der Festwoche als der Besuchermagnet schlechthin. Zum Festumzug mit Bergparade strömten Besucher aus nah und fern in den Marienberger Ortsteil. Tausende Gäste, die die Straßenränder säumten, erhielten im ersten Teil des 95 abwechslungsreiche Bilder umfassenden Festzuges unter anderem einen Einblick in die Geschichte des bergbaulichen geprägten Pobershaus von der Besiedlung über die erste Erzaufbereitung bis hin zur Wismutzeit. Im Anschluss daran folgte die Bergparade, an der knapp 1000 Trachtenträger mitwirkten, darunter auch neun bergmännische Kapellen. Das Ende des Festumzuges gestalteten Pobershauer Schulen und Vereine mit eigenen Beiträgen. Höhepunkt des Festumzuges war das Abschlusszeremoniell im Wildsbergstadion, an dem alle 1500 Mitwirkende des Umzuges teilnahmen.

Heike Dachselt, bei der die Organisationsfäden der Festlichkeiten zusammenliefen, zog am Sonntagnachmittag ein erstes positives Fazit. "Ein Festauftakt nach Maß. Es waren weit mehr als 150 Helfer im Einsatz, die einen reibungslosen Ablauf gesichert haben", so die Marienberger Kämmerin.

Doch Pobershau war an diesem Wochenende nicht der einzige Ort, an dem die Bergbautradition eine Rolle spielte. Am Samstag wurde in Freiberg der Welterbetitel mit einer Urkunde offiziell übergeben. Etwa 200 geladene Gäste und Tausende Besucher erlebten ab 21 Uhr als Krönung des Tages den Großen Bergmännischen Zapfenstreich mit. Anschließend erhellte ein Feuerwerk den nächtlichen Himmel. Spätestens als am Samstagabend aus Tausenden Kehlen ein "Glück Auf" über den Freiberger Obermarkt hallte, hatte wohl auch der Letzte Gänsehaut.

Bei dem selten aufgeführten Zeremoniell waren Knappschaften aus dem mittleren Erzgebirge dabei - obwohl mit dem Pobershauer Festumzug gleich der zweite Termin am Folgetag feststand. Vertreter der Knappschaften Marienberg, Pobershau, Lengefeld, Seiffen und Olbernhau-Grünthal ließen sich die Teilnahme nicht entgehen.


Gute Stimmung und viel Arbeit

Siegfried Gall aus Annaberg-Buchholz ist einer der Fahrer der Bimmelbahn, die zum einen als Zubringer fungierte, zum anderen mit Besuchern am Abend auf "Lichtelfahrt" durch den Ort fuhr: "Wir können mit jeder Fahrt 30 Menschen befördern. Es macht Spaß, hier zu arbeiten, erfordert aber auch volle Konzentration. Vor allem abends und nachts, denn es sind im ganzen Ort auch zu später Stunde viele Fußgänger unterwegs. Pobershau zum Bergfest ist aber ein sehr schöne Erlebnis."

Siegfried Martin aus Pobershau nahm als Mitglied der Bergbrüderschaft Pobershau am Festumzug teil. In diesem Jahr trug der 75-Jährige die Tracht eines Obersteigers: "Es ist mittlerweile mein zwölftes Bergfest. 1972 gehörte ich zu den Gründungsmitgliedern der Bergbrüderschaft. Bergfeste sind für mich immer Höhepunkte der bergmännischen Traditionspflege, weil Pobershau zu den klassischen Bergorten gehört. Und wir Pobershauer freuen uns immer wieder aufs Neue über die vielen Gäste, die uns besuchen."

Karin Partzsch wohnt in Scharfenstein und hat als Gast das Fest besucht: "Wir haben schon mehrfach beim Bergfest in Pobershau mit dabei. Am Sonntag sind wir gezielt hierhergekommen, um den Festumzug zu sehen und natürlich die Bergkapellen zu hören. Zunächst haben wir in der Ortsmitte den Zug passieren lassen und sind dann zum Abschlusszeremoniell ins Stadion gelaufen. Es war eine herrliche Stimmung, die Leute freundlich und ausgelassen. Wir kommen auf jeden Fall wieder."

Thomas Ehnert hatte in der Pobershauer Ortsmitte am Sonntag alle Hände voll zu tun. Er verkaufte neben Getränken auch Bratwurst, Eis, Kaffee und Kuchen: "Das Bergfest in diesem Jahr ist unser insgesamt viertes, bei dem wir mit dabei sind und für das leibliche Wohl der Besucher sorgen. Aufgrund des hochsommerlichen Wetters waren alle Getränke sehr gut nachgefragt - von Wasser über Brause bis zu Bier und Piccolo. Die Vorräte haben gereicht, am Montag brauchen wir aber Nachschub." (faso)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    1
    Arzgebirger
    16.09.2019

    Schade dass es unsere lokale Zeitung nicht schaffte über die 25. Jumbofahrt Sachsen etwas ausführlicher zu berichten. Wenn am Samstag Pobershau nicht Ort der Mittagspause gewesen wäre, hätte man wohl überhaupt nichts davon gelesen...



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...