Pockauer sichten seltsame Flugobjekte

Spekulationen über 20 bis 30 rasende Lichtpunkte am Nachthimmel

Pockau.

Die vergangene Samstagnacht konnte schöner nicht sein: angenehme Temperaturen und ein klarer Sternenhimmel wie schon lange nicht mehr. Viele Erzgebirger feierten im Freien. Auch Andreas Müller bei seiner Gartenparty in Pockau. Plötzlich kamen alle Gäste nicht mehr aus dem Staunen heraus und ins Grübeln: "Als einer von uns gegen 21.50 Uhr hoch sah, erblickte er etwa 20 bis 30 Flugobjekte", war Müller noch gestern ganz aufgeregt.

Sie seien schneller und weitaus höher von West nach Ost unterwegs gewesen als normale Verkehrsflugzeuge. Und: In festem Abstand nebeneinander. Geräuschlos. Mit hellen Blinklichtern. Schnell sei die Frage aufgekommen: Handelt es sich hier etwa um Tarnkappenflugzeuge? Müller und seine Gäste können sich angesichts der Parameter das Gesehene nicht anders erklären.

Jens Kandler, Leiter der Drebacher Sternwarte, schon. Auch er saß Samstagnacht im Garten und genoss den "einzigartig klaren Sternenhimmel". Natürlich weiß er, dass sich derzeit am Firmament ein besonderes Spektakel abspielt: Die Perseiden (Laurentiustränen, Tränen des Laurentius) sind ein jährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrender Meteorstrom, der in den Tagen um den 12. August ein deutliches Maximum an Sternschnuppen aufweist. Doch seiner Meinung nach können genau diese nicht an der Erscheinung über dem Pockauer Himmel schuld sein. "Die flimmern immer nur ganz kurz. Meist einzeln. Maximal 60 bis 100 pro Stunde - aber nicht 30 zugleich", so seine Erfahrung. Aber auch, dass da Tarnkappenflugzeuge in strenger Formation am Nachthimmel unterwegs waren, hält er für unwahrscheinlich. Dafür hat er eine andere Erklärung: "Ich denke, es waren Himmelslaternen", so Kandler. Diese seien zwar verboten, doch vielleicht habe jemand wegen des Schulanfangs doch solche Flugobjekte, gut aneinandergekettet, in den Himmel geschickt.

Andreas Müller hält jedoch an seiner Version fest. Er habe schon beim Luftfahrtamt der Bundeswehr nachgehakt. "Freie Presse" auch. Doch von dort war gestern keine Antwort zu erhalten. Offenbar gibt es großen Nachfragebedarf. Am Telefon hieß es immer wieder: Leider sind alle Leitungen belegt.

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