Pockauer werden besser vor Hochwasser geschützt

Mehr als 15 Millionen Euro wendet der Freistaat für neue Betonwände und eine neue Brücke auf. Doch die Arbeiten an der Schwarzen Pockau sind schwierig.

Pockau-Lengefeld.

Der Freistaat Sachsen will die Pockauer besser vor Hochwasser schützen - nun werden entlang der Schwarzen Pockau mehr als 15 Millionen Euro investiert. Gestern haben die monatelang vorbereiteten Arbeiten begonnen. Eine neue Hochwasserschutzanlage entsteht. Sie wird rund zwei Kilometer lang.

Zuständig für die Arbeiten ist die Landestalsperrenverwaltung (LTV). Deren Sprecherin Katrin Schöne erklärte gestern, dass zum einen Mauern gebaut werden. Zum anderen werden bestehende erhöht. Sie präzisierte: "Die Arbeiten beginnen an der Mündung der Schwarzen Pockau in die Flöha. Am linken Flussufer, auf einer Länge von 200 Metern, wird eine Hochwasserschutzmauer errichtet. Ab der Brücke Flöhatalstraße flussaufwärts bis zur Marienberger Straße 22 werden am rechten Flussufer auf einer Länge von 600 Metern ebenfalls Schutzmauern entstehen beziehungsweise bereits vorhandene erhöht." Sie sind aus Beton gefertigt und weisen eine hohe Stabilität auf. Schließlich müssen sie einem enormen Wasserdruck standhalten, etwa wenn der Pegel der Schwarzen Pockau bei starkem Regen steigt. Die Anlage ist laut LTV für ein Hochwasser ausgelegt, wie es statistisch gesehen nur aller 100 Jahre vorkommt.

"Die ersten Schutzwände werden voraussichtlich bis Herbst 2019 fertigsein und kosten 6,3 Millionen Euro", so Katrin Schöne. Die Landestalsperrenverwaltung hofft, dass sich der Zeitplan angesichts der schwierigen Bedingungen einhalten lässt. Das größte Problem: Stellenweise ist die Schwarze Pockau recht eng. Gebäude sind nah an den Fluss herangebaut. Sie müssen gesichert werden, damit sie keinen Schaden nehmen. Das Flussbett soll für die Arbeiten teilweise trockengelegt werden.

Ein weiterer Teil des 15-Millionen-Euro-Projektes - Freistaat und Europäische Union übernehmen die Finanzierung des Gesamtvorhabens gemeinsam - ist der Bau einer neuen Straßenbrücke an der Olbernhauer Straße. Sie soll später zwei bestehende Brücken ersetzen. Deren Abflussquerschnitt sei zu gering, sagte Katrin Schöne. Soll heißen: Es kann zu wenig Wasser hindurchfließen. So besteht die Gefahr, dass sich etwa bei Starkregen das Wasser staut und es zu Überschwemmungen kommt. Genau diese Gefahr soll mit der neuen größeren Brücke gebannt werden.

Während der Bauarbeiten muss die Marienberger Straße halbseitig, teilweise auch voll gesperrt werden. "Es kann zu weiteren Einschränkungen kommen", sagte Katrin Schöne. Diese sollen rechtzeitig mit den Anliegern abgestimmt werden.

Die Arbeiten an der Schwarzen Pockau waren in den vergangenen Monaten vorbereitet worden. Unter anderem ließ die Landestalsperrenverwaltung entlang des Flusses Bäume fällen.

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