Rassekatzen nehmen Ausstellung gelassen hin

Züchter haben in Marienberg ihre Tiere ausgestellt. Ob es noch einmal zu einer solchen Schau kommt ist indes ungewiss.

Marienberg.

Rund 200 reinrassige Stubentiger, die auf so klangvolle Namen wie beispielsweise Winnitou Häuptling vom Hasensteig, Ducess von der Reichenzeche oder Caesar Malinmurr of precious Heroes hören, wurden am Wochenende in der Marienberger Stadthalle präsentiert. Eingeladen dazu hatte zum vierten Mal der Verein Katzenfreunde Annaberg.

Eine vierköpfige Jury nahm die Samtpfoten an beiden Tagen in Augenschein. Bewertet wurden in verschiedenen Kategorien unter anderem der Kopf, die Augenfarbe, der Schwanz, die Fellqualität, aber auch die Größe. Die überwiegende Mehrzahl der Stubentiger ließ das Bewertungsprozedere geduldig über sich ergehen. Die Tiere dösten in ihren Käfigen, während Besucher durch die Reihen liefen, und zeigten auch ihren Artgenossen die sprichwörtlich kalte Schulter. Was für den Laien vielleicht verwunderlich erscheint, erklärte Jens Zierz. "Als Züchter bereite ich so eine Ausstellung umfassend vor, und dazu gehört unter anderem auch das Üben der Vorstellung bei der Jury. An den Rest gewöhnen sich die Tiere", so Jens Zierz, der sich seit 2011 der Zucht von Katzen der Rasse Maine Coon verschrieben hat und derzeit 40 Katzen in einem Freigehege südöstlich von Dresden hält.

"Die direkte Vorbereitung auf eine solche Schau beginnt eine Woche vorher", erklärt der Züchter. Da werden die Tiere gebadet und shampooniert, in der anschließenden Trockenphase mehrfach gekämmt und das Fell abschließend leicht eingepudert. Unabhängig von einer bevorstehenden Schau achtet Jens Zierz aber stetig auf den Pflege- und Gesundheitszustand seiner Katzen.

Neben der regelmäßigen Pflege von Ohren, Augen, Schnauze und Fell gehört auch das Röntgen der Hüftgelenke bei der Zuchteingangsuntersuchung dazu, da es bei Maine-Coon-Katzen, als einer besonders großen und schweren Rasse, in der Wachstumsphase zu Komplikationen in den Gelenken kommen kann.

"Ich sehe Rassekatzenausstellungen als Schönheitskonkurrenz an. Für mich gehört es sich daher, den Zuchtrichtern eine gesunde und ordentlich gepflegte Katze und keinen kranken Flohbeutel zu präsentieren", stellt Jens Zierz klar. Für ihn hat die Präsentation seiner Katzen vor Publikum aber keine Priorität, vielmehr ist die Bewertung von Interesse. "Die Jury begutachtet die Katzen nach den jeweiligen Rassestandards. Das Ergebnis ermöglicht den Züchtern eine entsprechende Einordnung ihrer Katze", sagt Jens Zierz.

Ob er noch einmal zu einer Rassekatzenausstellung der Annaberger Katzenfreunde nach Marienberg kommen kann, ist derzeit ungewiss. "Der Verein besteht aktuell nur noch aus sieben Mitgliedern, von denen zwei zudem mehr als 80 Jahre alt sind. Die umfangreiche Vorbereitung und Organisation einer solchen Rassekatzenausstellung ist mit einer so dünnen Personaldecke nicht mehr zu stemmen", bedauert der Vereinsvorsitzende Volker Meyer am Rande der Veranstaltung. Umso mehr freute er sich über den regen Zuspruch zu dieser Rassekatzenausstellung. "Am Samstag waren 120 Aussteller aus ganz Deutschland, am Sonntag 95 da. Hunderte Zuschauer wollten die Rassekatzen sehen", berichtet Volker Meyer.


Die Verspielte

Die norwegische Waldkatze Ducess von der Reichenzeche in der seltenen Farbe Amber gehört Züchterin Anja Fleischer aus Chemnitz. Die Norwegische Waldkatze ist eine große bis sehr große Halblanghaarkatze. Sie hat ein auffälliges, dichtes, zottiges Fell und wird gerne mit der ähnlich aussehenden Maine-Coon-Katze verwechselt. Im Vergleich zur Maine Coon ist der Kopf der Norwegischen Waldkatze aber deutlich dreieckiger. Norwegische Waldkatzen sind verschmust und verspielt, sehr sozial orientiert und mögen daher längeres Alleinsein nicht. Waldkatzen sind aufmerksam, intelligent und an dem Geschehen in ihrer Umgebung sehr interessiert. Zugleich sind sie verspielt und arbeiten gerne mit dem Menschen. Sie ist eine ideale Hauskatze für die Wohnung, da ihr zum Beispiel aggressives Verhalten fremd ist. (faso)


Die Verschmuste

Die Bengalkatze Caesar Malinmurr of precious Heroes von Züchterin Tanja Bowker aus dem bayerischen Sulzbach-Rosenberg. Dabei handelt es sich um eine Hauskatzenrasse, die auf eine Kreuzung mit einer asiatischen Wildkatze zurückgeht. Die mittelgroße Katze ist im Vergleich zur gewöhnlichen Hauskatze sehr schlank und hochbeinig. Bengalkatzen haben im Verhältnis zum Körper einen kleinen Kopf und idealerweise ein Fell, das an einen Leoparden erinnert. Ihr Wesen lässt sich nicht pauschal beschreiben, da die Zucht noch zu wenig ausgereift ist. Caesar ist verschmust, anhänglich und aktiv. Als Schlafkatze kann die Bengalkatze nicht bezeichnet werden, aber als pflegeleicht. Mehr als gelegentliches Bürsten ist nicht erforderlich. Bengalkatzen eignen sich nicht zur Alleinhaltung. Mindestens eine zweite Katze wird gebraucht. (faso)


Die Sanfte

Die Perserkatze Winnitou Häuptling vom Hasensteig der beiden Züchter Brigitte und Helmut Jiranek aus Meerane. Bei diesen Tieren handelt es sich um mittelgroße bis große Langhaarkatzen. Sie haben einen kräftigen Körper und einen großen, kräftigen Kopf. Der Standard fordert einen runden, massiven, sehr breiten Schädel mit einer zugleich kurzen, breiten Nase. Perserkatzen sind sehr menschenbezogen, haben ein freundliches und sanftes Wesen und suchen die Nähe ihrer Besitzer: eine richtige Familienkatze, die aber das ruhige Leben liebt und sich dank ihrer Intelligenz recht gut erziehen lässt. Sie haben eine beruhigende und entspannende Ausstrahlung, sind anhänglich, lassen sich nicht vereinnahmen und pflegen ihre eigene, stolze Persönlichkeit. Das Fell der Perserkatze muss täglich und sorgfältig gebürstet werden. (faso)

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