Reisetagebuch

Norbert Braumüller in Kopenhagen.

Norbert Braumüller aus Wolkenstein ist mit dem Interrailpass einen Monat in Europa unterwegs. Hier berichtet er von dem Reiseabenteuer auf Schienen:

Los geht's. Der erste Tag in Bus und Bahn. Schon in Leipzig verspätet sich der ICE um 60 Minuten. Am zweiten Tag hat fast alles geklappt. Dadurch konnte ich einen schönen Tag in Kopenhagen verbringen. Nach 40 Stunden ohne Schlaf sitze ich im Bett in einem Hostel in Göteborg. Was fällt mir auf der Reise auf? Zugreisen ist international. Ich erlebe die Welt: etwa den syrischen Vater mit seinen zwei Töchtern, die seit 2012 in Dänemark leben. Außerdem ist freies Reisen im Norden eingeengter: In Dänemark und Schweden stoppen die Züge nach der Grenze. Es wird lückenlos kontrolliert.

Norwegen erreiche ich ohne Grenzkontrolle. Ich passiere wunderschöne Landschaften. Auch in Schweden am Trollhätte-Kanal entlang, der den drittgrößten See Europas, den Vänern, mit dem Kattegat verbindet. Ein Höhepunkt ist die Fahrt am Mjøsa-See, dem größten See Norwegens. Es folgt die Nacht in einem sehr modernen Hostel, das an das alte Bahnhofsgebäude angebaut ist. Es geht weiter an die Fjordküste. Das Wetter: Regen, Wolken, Kühle. Was eben einen norwegischen Sommer ausmacht. Die Landschaft entschädigt für alles. Mein Traum am höchsten Wasserfall Europas, dem Mardalsfossen, zu stehen, wird leider nicht wahr. In der Unterkunft: wieder ein Schweizer im Etagenbett nebenan. Erst ein Motorradfahrer, nun ein Bergwanderer.

Und sonntags? Eher zufällig finde ich nach langer Suche noch eine offene Kirche, die vermutlich einzige Zugkirche. Neben dem Bahnhof ist ein Waggon als Kirche hergerichtet. Doch dort ist niemand. Unklar ist auch, wer diese betreut. Immerhin: Ich kann beten. Im Übrigen: 70 Prozent der Norweger sind Lutheraner.

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