Rollstuhlfahrer ab sofort mobiler unterwegs

Der Verein "Leser helfen" finanziert zwei Sitzski-Sets für den Christlichen Körperbehinderten-Verein Annaberg. Schnee ist dafür aber nicht zwingend nötig.

Annaberg-Buchholz/Streckewalde.

Benjamin Lübke aus Streckewalde strahlt. "Schön, alles super", sagt der 30-Jährige, nachdem er die ersten Meter in einem Sitzski absolviert hat. Ein ähnliches Sportgerät hat er einmal im Winter testen können. Mit den zwei Sets, die der Verein "Leser helfen" der "Freien Presse" dem Christlichen Körperbehinderten-Verein (CKV) Annaberg jetzt finanziert hat, kann der Streckewalder Sommer wie Winter unterwegs sein. Dank einer speziellen Konstruktion ist es im Handumdrehen möglich, die Räder zu entfernen und dafür Langlaufski unter den Sitzapparat zu klipsen. Die Kosten für die beiden Geräte liegen bei 8000 Euro.

Hergestellt worden sind die Sitzski von der Zella-Mehliser Firma SRB, deren Hauptgeschäftsfeld die Fertigung von Skirollern ist. Doch auch Sportgeräte für gehbehinderte Menschen produziert das Unternehmen, sagt Toni Escher, der dem CKV die Sitzski übergeben hat. Dabei nutzte er die Gelegenheit, um Benjamin Lübke noch ein paar Tipps mit auf den Weg zu geben. Auch Werner Nauber, Co-Trainer des deutschen Para-Ski-Teams, hatte für den seit der Geburt behinderten Streckewalder wertvolle Hinweise parat. Über ihn, der in Sehmatal wohnt, ist der Kontakt zwischen dem CKV und der Zella-Mehliser Firma entstanden.

Für Nauber sind diese Sportgeräte, die über eine Rückrollsicherung verfügen, eine wunderbare Möglichkeit, dass Rollstuhlfahrer noch mobiler sein können. "Mit diesem Sitzski kann man etwa problemlos auf Waldwegen, zum Beispiel um die Talsperre Cranzahl herum, fahren. Das habe ich selbst schon getestet", sagt Nauber. Und das geht aufgrund des Zubehörs eben im Sommer wie im Winter. "Welcher Rollstuhlfahrer kommt ansonsten schon im Winter in den Wald?", fragt Sebastian Lamm. Er ist im CKV Leiter der ambulanten Behindertenarbeit. Und zu dieser gehören eben auch Ausflüge in die Natur. Die Neuanschaffungen eröffnen ganz neue Perspektiven für die Vereinsmitglieder. "Die zwei Sitzski sind jetzt immer verfügbar. Wer möchte, kann sie gern ausleihen", sagt Lamm.

Freilich ist das Fahren mit diesen Sportgeräten, das haben die ersten Meter von Benjamin Lübke gezeigt, erst einmal ein durchaus schweißtreibender Übungsprozess. Hergeben möchte er diese Technik aber dennoch nicht wieder.

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