Rotwild-Streit: Bauernverband positioniert sich neu

Der sächsische Präsident Wolfgang Vogelstellt klar, die Kritik an der Jagd des Sachsenforsts nicht zu unterstützen. Doch warum diese Kehrtwende?

Marienberg.

Falsche Bejagung, zu hohe Abschusszahlen, unlautere Methoden und keine Kontrolle - das wirft die Hegegemeinschaft Erzgebirge dem Staatsbetrieb Sachsenforst vor. Ein zweite Petition, die gemeinsam mit den Hegegemeinschaften Westerzgebirge, Oberes Vogtland und Tharandter Wald im Ausschuss des Landtages eingereicht wurde, soll nun für Klarheit und vor allem für Veränderungen im Rotwild-Streit sorgen. Vom Landesbauernverband erhalten die Petenten allerdings keine Rückendeckung mehr. "Wir sind einseitig informiert gewesen", sagt Verbandspräsident Wolfgang Vogel.

"Freie Presse" berichtete Ende vergangenen Monats, dass die Initiatoren der Petition vor der Entscheidung im Petitionsausschuss neue Unterstützung im Jagd-Streit bekommen. Neben Landesjagdverband, Naturschutzverband Sachsen und Grüner Liga Sachsen hat sich auch der Landesbauernverband mit einem Schreiben an Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt unter den Kritikern eingereiht, sagte damals der erzgebirgische Hegegemeinschaftschef Karsten Bergner. Mittlerweile haben sich die Landwirte neu positioniert. Doch warum hatte der sächsische Bauernverband zwischenzeitlich die Haltung der Hegegemeinschaft übernommen? Vogel bestätigt, dass Ende Dezember 2018 ein Schreiben an Minister Schmidt verfasst wurde. Das sei aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. Vielmehr habe es - schon kurz nachdem das Schriftstück versandt wurde - innerhalb des Verbands Zweifel und Kritik an den Positionen gegeben.

Grundlage des Schreibens seien zum Teil fehlerhafte Informationen gewesen. Von wem, das lässt Vogel offen. Nach nochmaligen Gesprächen unter den Landwirten und einer gemeinsamen Sitzung mit Vertretern des Ministeriums, in der die Situation des Rotwildbestandes im Erzgebirge und die daraus resultierenden Schäden - auchfür die Landwirtschaft - erneut geprüft wurden, sei der Verband zu seiner ursprünglichen Linie zurückgekehrt und unterstütze die Bejagung durch den Sachsenforst, erläutert Vogel. Diese Haltung werde ebenso in den Regionalverbänden vertreten.

"Wir wissen, dass Rotwild zur Natur gehört", betont Vogel. Trotzdem müssten Bestände durch vernünftige Bejagung im Rahmen gehalten werden, auch um Schäden auf den Feldern zu vermeiden.

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